Zeitleiste zur Stadtgeschichte von Lippstadt in Westfalen
Knapp notiert und gut sortiert: Aus meiner Sammlung an Notizen habe ich folgende Zeittafel mit über 220 ausführlichen Einträgen
zusammengestellt, darin 380 Ereignisse aus der Zeit von 1177 bis 2025.
Aus der jüngeren Geschichte habe ich absichtlich auch ein paar populäre Sachen mit aufgenommen, die
ein Historiker wahrscheinlich nicht in eine Stadtchronik schreiben würde.
Obwohl es schon recht umfangreich ist, bitte mir gerne Ergänzungen, Korrekturen und Vorschläge per E‑Mail schicken,
denn jeder kennt andere Aspekte aus der Stadtgeschichte und kennt vielleicht weitere nennenswerte Ereignisse. Vielen Dank!
Zeittafel über Lippstadt
| 1177 | Zerstörung der Nicolai-Siedlung durch Kurköln (evtl. aus Rache, nachdem Bernhard II. den Löwenberg besetzt hatte?) |
| 1182 | Wiederaufbau der Nicolai-Kirche |
| 1185 | Gründung der „Stadt zur Lippe“ (Lippstadt) durch Bernhard II. zur Lippe, siehe Mantel-Anekdote, als erste Planstadt in Westfalen |
| 1185 | Bernhard II. stiftet seinen Hermelinghof zum Bau eines Nonnenklosters (Augustiner-Chorfrauen-Stift); gestiftet wurde um ein gottgefälliges Werk zu tun; ab 1250 Bau einer größeren Stiftskirche (wird 1846 zur Stiftsruine) |
| 1209 | Burgmühle errichtet, wahrscheinlich als Getreidemühle, über 790 Jahre in Betrieb (bis 2003), weiter siehe Eintrag von 1860 |
| um 1220 | Marienkirche unfertig von Bernhard II. geweiht, in seiner neuen Eigenschaft als Bischof von Selonien (Livland) |
| ab 1231 | Münzmeister in Lippstadt prägen englische Münzen nach, ab Mitte des Jh. auch eigene Münzen mit Lipperose, Lippstädter Pfennig 1290-1310 |
| um 1240 | Baubeginn der Jakobi-Kirche |
| um 1250 | Epos „Lippiflorium“ von Schulleiter Justinus veröffentlicht, Lobgedicht auf die Familie des Stadtgründers |
| 1253 | Handelsbund: Lippstadt im „Werner Bund“ zusammen mit Soest, Dortmund, Münster und 1264 Osnabrück |
| ca. 1280 | Lippstadt wird Mitglied der Hanse (aus Kaufmannshanse entwickelt sich Städtehanse), 1540: Prinzipalstadt der Hanse, bis Ende der Hanse 1669 |
| 1281 | Baubeginn der Brüderkirche für das im Vorjahr gegründete Augustiner-Eremiten-Kloster |
| 1347 | Erste Beulenpest-Welle erreicht Westfalen, Paderborn stark betroffen, z.B. im Kloster Liesborn sterben 12 Mönche und 8 andere. Durch regelmäßige Epidemien im Abstand von 10 bis 15 Jahren stagniert das Bevölkerungswachstum. |
| 1365 | Erwähnung des Siechenhauses St. Matthiae (heute Siechenkamp) erhält jährliche Rente für Arme/Kranke. Zweites Siechenhaus und Spital am Klusetor |
| 1376 | Verpfändung der Stadt Lippstadt an Engelbert von der Mark, damit Simon III. zur Lippe das Lösegeld für seine Freilassung von Burg Rheda bezahlen konnte (Tecklenburger Fehde) |
| um 1400 | vermutlich Gründung einer Schützengesellschaft; das Lippstädter Schützenkleinod von 1532 ist das älteste Westfalens (Ehrenpreis für den besten Schützen) |
| 1431 | Frauenkloster St.-Annen-Rosengarten an Klosterstraße gegründet durch Kloster Böddeken, 1526 Beetsaal zu Kirche mit Chor umgebaut, 1813/1815 Auflösung des Klosters und Abriss der Kirche, 1982 graben Archäologen die Grundmauern des Klosters aus, Umwandlung in Park |
| 1435 | Zunft der Wollenweber als erstes Handwerks-Amt erwähnt |
| 1449 | Zur Unterhaltung der Stadtbefestigung erlaubt der Herzog von Cleve der Stadt Lippstadt Warenzölle und Wege-/Brückengeld zu erheben |
| 1478-1506 | Bau des neuen großen Chor-Raums (Hallenumgangschor) der Marienkirche |
| bis 1520 | Bernhard Witte schreibt „Historia Westphaliae“, erstmals zusammenhängende Landesgeschichte Westfalens |
| 1524 | Beginn der Reformation in Westfalen durch Predigten des Lippstädter Augustiner-Mönchs Dr. Johannes Westermann in der Brüderkirche. Seine gedruckten Fastenpredigten sind das erste evangelische Buch Westfalens („Lippstädter Katechismus“) - das erste deutschsprachige Lehrbuch - und machen Lippstadt zu einem der ersten Druckerei-Standorte Westfalens |
| 1531 | Totale Verkehrs- und Handelssperre über Lippstadt verhängt, nach Streit mit den Landesherren zur Lippe und von Kleve, weil ohne deren Erlaubnis der Lippstädter Rat den protestantischen Prediger Oemeken eingestellt hatte. 1532 steht Lippstadt vor dem Ruin, kapituliert 1533 und nimmt die klevische Kirchenordnung an, aber Gottesdienste weiterhin auf deutsch gehalten. 1535 musste Lippstadt alle kirchlichen Neuerungen zurücknehmen. |
| 1538 | Lutherische Kirchenordnung in der Grafschaft Lippe eingeführt; nach Augsburger Religionsfriedens von 1555 bestimmt Graf Simon VI. 1605 die Reformation für ganz Lippe |
| 1539 | Johannes Kruyshaer (Cincinnius), geb. 1485 in Lippstadt, übersetzt als Erster die vergessene Varusschlacht auf deutsch (Arminius, 16 n.Chr.), aber fehlinterpretiert dass die Schlacht gegen die Römer in einem Wald bei Rietberg stattgefunden habe. 1863 spenden reiche Lippstädter 30 Taler zum Bau des Hermannsdenkmal, auch der Magistrat steuert 25 Taler bei |
| 1541 | Geburt von David Gans in Lippstadt, jüdischer Astronom und Universalgelehrter, schreibt über Weltmodelle nach Brahe (befreundet in Prag) sowie Kopernikus und Kepler |
| 1555 | aus Lateinschule wird Lutherisches Gymnasium, aber bis 1729 bleibt Latein die Unterrichtssprache; heute Ostendorf-Gymnasium |
| 1593 | Städtische Ziegelei am Cappeltor erwähnt als Hinrich Qualenbrink der Stadt 2 Morgen Land am Rossfeld (Rose's Feld) zur Lehm-Abgrabung verkauft |
| 1616 | Stadt erstmals als „Lipstat“ bezeichnet, zuvor immer „Stadt Lippe“ oder „Stadt zur Lippe“ (niederdeutsch „Stadt tor Lippe“) |
| 1617 | Caspar Ulenberg, geb. 1549 in Lippstadt, war zur katholischen Kirche konvertiert und stellt 1617 seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche fertig, als Gegenpol zur Luther-Bibel, nun mit katholischen Formulierungen (Gegenreformation) |
| 1619 | Bau von Schloss Overhagen (ersetzt Burg, jetzt Lippe-Renaissance), 1648 Schloss Hellinghausen, 1720 Schloss Herringhausen / Schlösser der Familienzweige des Adelsgeschlechts von Schorlemer / Schloss Hellinghausen 1820 abgebrannt und nicht wieder aufgebaut |
| 1621 | Herzog Christian von Braunschweig (der „tolle Christian“) richtet im befestigten Lippstadt sein Hauptquartier ein und bemächtigt sich der Burg Lipperode. Seine Truppen plündern Paderborn und Münster. Eventuell wurde Lippstadt zur Münzprägestätte seines Pfaffenfeindtalers. |
| 1630 | Die 18-jährige Anna Maria Crevet wird aus Lippstadt fortgeschafft, um hier dem Hexenverfolgungswahn zu entkommen. Sie überlebte in Magdeburg und ist eine Vorfahrin des berühmten Erfinders Werner von Siemens (1816-1892) |
| 1630 | Hexenverfolgung: 23 weibliche und 6 männliche Angeklagte sind der Hexerei schuldig gesprochen und mit dem Schwert hingerichtet worden. 2015 hat der Stadtrat in einem symbolischen Akt alle 29 in Lippstadt Hingerichteten formell als unschuldig rehabilitiert. |
| 1642 | Dritter Stadtbrand: durch Blitzeinschlag in gefüllte Scheune, ein Drittel aller Häuser in Lippstadt abgebrannt / Nächster Stadtbrand folgt in 14 Jahren |
| 1656 | Vierter Stadtbrand: wieder durch Blitzeinschlag, während ein Großteil der Lippstädter zur Jakobi-Kirmes nach Mastholte gegangen war, brannten zuhause 336 Häuser ab, bei Rückkehr „die Ihrigen arm und bloß antrafen“ |
| 1673 | Fleckfieberseuche, übertragen durch Kleiderläuse, Lippstadt: von ursprünglich 3.000 Einwohnern wurden „2.000 Seelen begraben“ |
| 1706 | Gouvernementsgebäude (der Landesverwaltung) gebaut, hinter Brüderkirche wo zuvor Kloster war, ab 1828 als Kaserne genutzt, 1906 abgerissen um Platz für die Wilhelmschule mit Turnhalle zu machen (heute Schule im Grünen Winkel) |
| 1710 | Erste Lippstädter Zeitung, herausgegeben vom Lippstädter Postmeister Pöppelmann (wöchentliche Post-Zeitung), Informationsquelle waren womöglich die reitenden Postillione, angeblich älteste Zeitung zwischen Rhein und Weser, eine der meistgelesenen Zeitungen Westfalens |
| 1757/58 | Besetzung der Stadt durch die Franzosen, Siebenjähriger Krieg (1756-1763) |
| um 1760 | Stärkste Stadtbefestigung: Stadtmauer, Wälle, Gräben und vorgelagerte Posten auf 200 m Breite rund um ganz Lippstadt |
| 1763 | Schleifung der Festungswerke, Demilitarisierung der Städte nach dem Siebenjährigen Krieg auf Anordnung des Königs Friedrich II. von Preußen, 600 Pioniere aus Minden wurden einquartiert und erledigten monatelang den Abriss |
| 1764 | Explosion des ehemaligen französischen Pulverschuppens, zwei zündelnde Jungs sterben; Schäden an Jakobikirche konnten nicht repariert werden, so dass sie über lange Zeit zerfiel; 1834 Abriss der Jakobikirche durch Proteste verhindert |
| 1773/74 | Neubau des Rathauses, nachdem erstes Rathaus wahrscheinlich schon 550 Jahre alt war |
| 1777 | Lippstadt wird als wichtigstes Grenzpostamt zwischen Preußen und Taxis erwähnt: die Briefe aus dem Reich, der Schweiz und Italien nach Westen und Ostfriesland mussten sämtlich über Lippstadt befördert werden |
| 1801 | Apothekerstreit: nach dem Siebenjährigen Krieg war die Einwohnerzahl so stark gesunken, dass eine von drei Apotheken zu schließen habe, aber keiner wollte aufgeben, bis 1806 ein Apotheker ohne Vorankündigung die Stadt verlassen hat |
| 1800 | Zusatz: über Ärzte jener Zeit ist kaum etwas bekannt, weil es nur wenige gab, wahrscheinlich für Lippstadt nur 1 Physikus, und weil sie keine Praxis führten, entweder dem Militär unterstanden oder von der Stadt auf Zeit bestellt wurden und danach weiterzogen; Nur zwei Beispiele gefunden: um 1700 „Freiheitsanmaßungen des Physikus Dr. Fuhrmann“, d.h. er forderte evtl. Bürgerrecht oder Steuervergünstigung; und um 1820 empfahl ein Kreisphysikus die Schließung der Stiftskirche aufgrund pestilenz-artigen Gestanks |
| 1806 | Franzosen besetzen Lippstadt erneut, nachdem Preußen Schlacht bei Jena verloren hat. Napoleon besetzt Nord- und Westdeutschland und gründet 1807 Königreich Westphalen |
| 1807 | Übergabe der Nicolaikirche als einzige katholische Kirche an die neu gegründete kath. Kirchengemeinde |
| 1810 | Gewerbefreiheit: Auflösung der Zünfte (Preußische Reformen), siehe z.B. Metzgeramt |
| 1817 | Gründung des Kreises Lippstadt im Regierungsbezirk Arnsberg (gegründet im Vorjahr) in der preußischen Provinz Westfalen (gegründet 1815 nach Wiener Kongress) |
| ab 1820 | Bevölkerungswachstum in der (evangelischen) Stadt setzt ein, evtl. durch Zuzug aus (katholischem) Umland, Ursachen: Agrarkrise aber städtischer Aufschwung. Erstes Bevölkerungswachstum nach jahrhundertelangem Stillstand bei bisher immer rund 3.000 Einwohnern |
| 1821 | Städtischer Friedhof an Lipperoder Straße eingeweiht, zuvor Bestattungen auf Grundstücken an den Kirchen |
| 1826 | Letzter Biber an der Lippe bei Cappel erlegt, erst nach Wiederansiedlungen 2014 am Lippesee wieder aufgetaucht, 2022: Fischotter bei Lippetal gesichtet |
| 1830 | Lippe bei Lippstadt schiffbar gemacht, ab Wesel/Rhein bis über Lippstadt hinaus, Transport u.a. von Holz und Getreide, Lippstädter Schifffahrtskanal 1830 bis 1870 genutzt |
| 1842 | Stadtsparkasse Lippstadt gegründet, anfangs Geld der Sparer in Privatwohnung eines Rentners aufbewahrt, Öffnungszeit nachmittags 1 Stunde. Von 1872 bis 1910 im Rathaus untergebracht. Heute Sparkasse Hellweg-Lippe |
| 1845 | Alexander Kisker gründet Brennerei mit Vermögen seines Vaters, ritt persönlich zu Pferd bis ins Sauerland um Bestellungen aufzunehmen; 1872: Produktion 810.000 Liter Branntwein und Likör, 1906: Teil des Betriebs an Wiedenbrücker Straße verlegt, Marke "Auf's Blatt", Brennerei an Poststr. und Rathausstr. 1974 abgerissen, 2001: Verkauf an Berkel-AHK |
| 1846 | Stiftskirche wird zur Stiftsruine, Kirche seit 1820 nach Wassereinbruch verlassen, 1846: Kirchturm abgetragen, ein Jahrzehnt später auch das Gewölbe |
| 1848 | Gründung der Tageszeitung „Der Patriot“, Verleger Carl Weinert, Marktstraße. Nach Tod übernimmt Witwe, übergibt 1870 an neuen Ehemann Carl Josef Laumanns; 1984: Verlagszentrum am Wasserturm, Druck in Oelde, seit 1992 Druckzentrum Soest |
| 1849 | Preußische Justizreform: Lippstadt erhält Kreisgericht (ab 1879 Amtsgericht) und Hauptsteueramt, auch die Lippischen Exklaven Lipperode und Cappel unterstehen dem Preußischen Kreisgericht Lippstadt |
| 1850 | Anschluss an die Eisenbahn: Linie Hamm-Kassel der (preußisch) Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft (KWE); Lippstadts Bürgermeister Bertram hatte erreicht, dass die Bahnlinie mit einem großen Bogen an Lippstadt anstatt an Erwitte entlanggeführt wird |
| 1851 | Konfliktfreies Ende der Samtherrschaft von 1445: Lippstadt wird vollständig preußisch, nachdem der Lippstädter Rat den König von Preußen gebeten hat, Lippstadt aus dem hälftigen Besitz des Fürstentums Lippe zu kaufen, wie von Lippe angeboten. Dafür zahlt Preußen eine jährliche Rente von 9.120 Reichstalern an Lippe. Mit einem Abschiedsbrief vom 29. April 1851 entlässt Fürst Leopold die Stadt aus der Lippischen Untertanenpflicht. |
| 1851 | Cappel und Lipperode bleiben in Lippischem Besitz (sie waren nicht Teil des Kondominiums), weil mit Preußen keine Einigung über den Kauf erzielt werden konnte. Somit blieben Cappel und Lipperode als Lippische Exklaven isoliert im preußischen Umland (Ausland) |
| 1851 | Cholera-Epidemie, aber Lippstadt mit rund 5.000 Einwohnern hat kein Krankenhaus, deshalb folgen Gründungen 1852 und 1856 |
| 1852 | Gründung erstes Evangelisches Krankenhaus mit Waisenhaus an der Kolpingstr. (Alte Soeststraße) bis 1913 auf Gelände des ehemaligen Nonnenklosters St.-Annen-Rosengarten |
| 1852 | Einweihung der Synagoge an der Stiftstraße; 1890 wohnten in Lippstadt 270 Juden (Höchststand) und 10.120 Christen |
| 1852 | Höhere Töchterschule (Realschule für Mädchen) von 4 evangelischen Lehrern an der Jakobikirche eingerichtet, Vorläufer des heutigen Evangelischen Gymnasiums (EG); Stand 1859: die Höhere Töchterschule in Lippstadt war eine von nur 11 solcher Schulen in ganz Westfalen. Bildung für Mädchen war Privatsache - wenn man es sich leisten konnte und wollte |
| 1852 | Julius Ostendorf wird Rektor der höheren Schule (für Jungen), 1873: setzt sich energisch für Modernisierung des Bildungssystems im preußischen Schulstreit ein (Realgymnasium) |
| 1855-83 | Hermann Müller wird Biologie-Lehrer am Ostendorf-Gymnasium, entdeckt Co-Evolution, in Kontakt zu Charles Darwin, 1866: sein naturwissenschaftlicher Lehrplan für Preußen, Streit mit kath. Konservativen |
| 1856 | Katholisches Krankenhaus an Hospitalstraße eingerichtet, nach o.g. Cholera-Epidemie |
| 1856 | Peter Brülle gründet Großhandel für Saaten und Kolonialwaren; sein Kompagnon Hermann Schmeltzer verstarb bereits 1859; im nächsten Jahrhundert wird Brülle & Schmeltzer (SB Zentralmärkte) zu einem der größten Großhändler unserer Region, heute insgesamt 1.300 Mitarbeiter |
| 1860 | Burgmühle von 1209 erhält neues Wasserrad Marke Zuppinger (größtes in Westfalen), 1895: Dampfmaschine angeschafft, Mühlenbetrieb 2003 eingestellt, denkmalgeschütztes Mühlrad umgezogen zum Quality-Hotel |
| 1860 | Maurermeister Timmermann gründet Ziegelei an Lüningstraße, 1871: Ringofen mit Dampfmaschine, 1949: Eimerkettenbagger, danach Lehmkuhle als Mülldeponie für Lippstadt, danach Standort Disko KU, heute Hochschule und IQ |
| 1860 | Gründung des Eisenwerks Linhoff, aufgrund Eisenbahn-Anbindung, später Drahtwerk „Westfälische Union“ Unionstraße, Beginn der Industrialisierung in Lippstadt |
| 1863 | Städtische Gas-Anstalt in Betrieb genommen, Erzeugung von Stadtgas durch Verkokung von Steinkohle aus dem Ruhrgebiet (Eisenbahn), Nebenprodukte Koks und Teer, Koksverkauf als "Hausbrand" an privat |
| 1870 | Gründung der Brauerei Weissenburg, 1920 gekauft von Nies, 1984 hier letzter Sud, dann Paderborn, 1990 Nies-Gruppe von Warsteiner gekauft |
| 1870 | Gartenwirtschaft auf der Tivoli-Insel eröffnet, aber Tivoli-Gebäude erst ca. 1900 |
| 1872-74 | Neubau der Nicolaikirche, Westturm bleibt original, siehe 1182 |
| 1875 | Kredit- und Vorschußverein gegründet, Selbsthilfe für Handwerker und Kleingewerbe, Vorläufer der Volksbanken und Genossenschaftsbanken |
| 1876 | Neubau der Nikolaischule für Knaben an der Klosterstraße auf Gelände des ehemaligen Nonnenklosters St.-Annen-Rosengarten, 1886 Mädchenschule an der Weihenstraße, 1980 Umzug ans Lippertor in ehemalige Kreisberufsschule |
| 1882 | bei Dampfkessel-Explosion im Union-Werk sterben 10 Arbeiter, Denkmal auf dem Friedhof; reichsweite Statistik nennt 11 solcher Dampfkessel-Explosionen allein für dieses Jahr |
| 1883 | Einrichtung des städtischen Schlachthofs |
| 1883 | WLE gegründet als „Warstein-Lippstädter Eisenbahn“, Sitz Lippstadt, seit 1896 namentlich „Westfälische Landes-Eisenbahn“ |
| 1885 | Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahre sprunghaft auf 11.000 angestiegen, Zuzug wegen Industrialisierung (Urbanisierung) |
| 1889 | Carl Wilhelm Lott kauft Scheune an Lange Straße und baut Haus mit Ladengeschäft für Textilien, 1911 erstes Schaufenster in Lippstadt, heute 6 Gebäude vereint zu 5.000 qm Verkaufsfläche, seit 2019 unter dem Namen Leffers |
| 1895 | Sally Windmüller kauft und verlegt Fabrik für (Fahrzeug)Laternen nach Lippstadt Hospitalstraße, 1899 Westfälische Metallindustrie Aktiengesellschaft (WMI), 1908 Erfindung Scheinwerfer, Produkt HELLA |
| 1896 | LP-Süd: Josefschule gegründet, 1902 Josephkirche gebaut |
| 1898 | Marienschule an Fleischhauerstraße gebaut (kath. Töchterschule mit Pensionat), 1966 Umzug zum Lipperbruch / An Fleischhauerstr. heute Stadtbücherei |
| 1900 | Suderlage (heute Waldliesborn): bei Probebohrung auf Suche nach Steinkohle stattdessen auf Solequelle gestoßen. Wilhelm Eichholz gründet Heilbad „Bad Eichholz“, nach Konkurs 1913 umbenannt in „Bad Waldliesborn“ |
| 1901 | Wasserturm gebaut, bis 1977 in Betrieb, aber Wasserversorgung seit 1958 überwiegend durch Wasserwerk Lipperbruch |
| 1905 | Rüstungsindustrie: „Königlich Preußische Artillerie-Werkstatt“ wird von Köln-Deutz nach Lippstadt verlegt, 400 Arbeiter, heute Standort Rothe Erde. Arbeiter bringen Karneval vom Rheinland nach Lippstadt. |
| 1908 | Fußballvereine Borussia und Teutonia gegründet, siehe Waldschlößchen, 1997 fusionieren Fußballabteilungen zum Spielverein Lippstadt 08 e.V. |
| 1912 | Zeppelin-Tag: Luftschiff LZ-11 „Viktoria Luise“ geht vor Anker, 20.000 Zuschauer, Hotels ausgebucht, der Ankerstein liegt noch heute in Walibo |
| 1913 | Neubau Ev. Krankenhaus an der Wiedenbrücker Landstraße, Umzug aus Kolpingstraße (dort seit 1852), heutiger Bau von 1967 |
| 1914 | Genossenschaftliche Gewerbebank gegründet, Nachfolger des Vorschußvereins von 1875, Vorläufer der Volksbank Lippstadt, heute VR Bank Westfalen-Lippe eG |
| 1916 | Lebensmittelunruhen in Westfalen, z.B. am 10.05.1916 "Fettkrawall" in Bielefeld; Mangelversorgung seit 1915 wegen Britischer Seeblockade |
| 1917 | Steckrübenwinter 1916/17, Hungersnot im Deutschen Reich: in diesem Winter sterben mindestens 100.000 Zivilisten an Hunger und hungerbedingten Krankheiten; Städter schicken Kinder aufs Land, z.B. Wadersloh bewirtet bis 1924 rund 1.600 auswärtige Kinder; in Warstein verhungern viele Psychiatrie-Patienten |
| 1917 | Reichsbank Lippstadt und Kreis Lippstadt geben Notgeld-Gutscheine aus, wegen Münz- und Rohstoffmangel im Ersten Weltkrieg |
| 1917 | Mangel an Schuhen, weil Leder für Militärstiefel priorisiert: die Wilhelmschule empfiehlt Kindern barfuß zur Schule zu kommen, im Winter mit Holzschuhen beholfen |
| 1920 | Bernhardbrunnen eingeweiht, mit Stadtgründer-Statue (Edelherr Bernhard II. zur Lippe, als Ritter dargestellt) und mit Gedenktafel an Gefallene (fast 600 Lippstädter kehrten aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurück) |
| um 1920 | Städtisches Luftbad am Lippertor eingerichtet: hinter einem 2 m hohen Bretterzaun konnte man auf einer Wiese gegen Gebühr ein Sonnenbad nehmen, getrennte Zeiten für Männer und Frauen |
| 1925 | Beginn Sammlung von Exponaten für ein Museum, 1929 Einzug ins heutige Museumsgebäude |
| 1926 | Erste Herbstwoche, ursprünglich Gewerbeschau mit „Vergnügungspark“ (Kirmes) |
| 1932 | Freibad am Jahnplatz durch Baufirma Pehle privat finanziert und gebaut, 1956 Übergabe an Stadt |
| 1932 | Erstes Kaufhaus: WEKA (Westfalen-Kaufhaus) Lange Straße, geschlossen 1995? |
| 1933 | Am 12.1. spricht Adolf Hitler in Lipperode, im Wahlkampf für Landtagswahl in Lippe, deshalb kein Interesse an Veranstaltung in Lippstadt (gehörte zum Preußischen Landtagswahlkreis Westfalen-Süd) |
| 1934 | Heinrich Kleine eröffnet Geschäft für Herren- und Knabenbekleidung, geschlossen 2014 |
| 1935 | Brand von Schloss Schwarzenraben, wieder aufgebaut; gehörte bis 1974 zu Ermsinghausen (Geseke) heute zu Bökenförde |
| 1936 | Modehaus Brenken eröffnet, geschlossen 2012 |
| 1936 | Hitler will Aufrüstung, Lippstadt wird wieder Garnisonsstadt: Bau einer Flak-Kaserne mit der Südstraße als Paradestraße, außerdem Militärflugplatz (Fliegerhorst) am Lipperbruch |
| 1936 | Rüstungsindustrie: Gründung der „Lippstädter Eisen- und Metallwerke“ (LEM), 1944: Zwangsarbeiterinnen |
| 1937 | WMI/Hella hat erstmals 1.000 Mitarbeiter, Beginn Rüstungsproduktion |
| 1937 | Pastor Martin Niemöller, gebürtiger Lippstädter, predigt in der Marienkirche gegen den Rassismus der Nazis, 1937 verhaftet, 8 Jahre im KZ Sachsenhausen und KZ Dachau |
| 1938 | Zerstörung der Synagoge nach Brandlegung (Reichspogromnacht) |
| 1939 | Einwohnerzahl stark angestiegen auf 23.000, Zuzug wegen Rüstungsindustrie |
| 1940 | Fliegerhorst Lipperbruch ist wiederholt Bomberangriffen ausgesetzt. 1944 durch Luftangriffe schwer beschädigt |
| 1942 | Beginn der Juden-Deportationen, siehe Stolpersteine ab 2021 |
| 1945 | Einziger Bombenangriff auf die Stadt |
| 1945 | 700 Zwangsarbeiterinnen aus dem LEM werden auf Todesmarsch zum KZ Bergen-Belsen getrieben, in Kaunitz von US-Einheiten befreit |
| 1945 | Unversehrte Flak-Kaserne an der Südstraße wird von amerikanischen Streitkräften bezogen, danach von belgischen Einheiten, danach britische Royal Artillerie siehe 1956 |
| 1946 | ca. 3.000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Lippstadt (auf 25.000 Einwohner), Zentrum zur Betreuung von Vertriebenen |
| 1946 | Fliegerhorst wird zum Ortsteil Lipperbruch, Nutzung der ehemaligen Fliegerhorst-Kaserne zur Linderung der Wohnungsnot |
| 1946 | Hochwasser in der Innenstadt, hierbei soll Lippstadts Beiname "Das Venedig Westfalens" selbstironisch entstanden sein - damals noch nicht als Werbeslogan. Tauwetter-Flut in Nordhälfte Deutschlands im Februar nach schneereichem Winter 1945/46 insbesondere an Weser und Ems. |
| 1947 | Hungerwinter 1946/47, extrem kalter und langer Winter, Hamsterfahrten per Bahn aufs Land, um Lebensmittel und Heizmaterial zu tauschen; Lebensmittelkarten, im April 1947 pro Kopf nur 672 Kalorien täglich; Hoffnung auf Marshall-Plan und Währungsreform 1948 |
| 1948 | Einführung der D-Mark, ersetzt wertlose Reichsmark und Tauschhandel; Arbeit wieder für Geld normalisiert die Wirtschaft, funktionierendes Geld schafft Grundlage für Investitionen; Marshall-Plan: USA liefern Rohstoffe und Maschinen nach Europa als Kickstart für Schlüsselindustrien |
| 1950 | Beginn des deutschen Wirtschaftswunders; ebenso in Nord-Italien: miracolo economico, in Frankreich: Trente Glorieuses (30 Glanzjahre) |
| 1950 | Nordstern-Kino (Strotkötter) eröffnet nach Umbau von Cabaret-Theater, 1952: Südtheater-Kino (Nieuwdorp) eröffnet am Südertor |
| 1951 | 1. NRW-Kajak-Slalom auf der Lippe an der Burgmühle |
| 1953 | Stadthaus am Ostwall fertiggestellt, Umzug aus Rathaus. 70 Jahre später: 2024 Spatenstich für neues Stadthaus am ehemaligen Güterbahnhof |
| 1954 | Christian Dior aus Paris beauftragt Werner Uhlmann („Uhli-Strümpfe“) mit Herstellung von Feinstrümpfen, deutsches Perlon anstatt amerikanisches Nylon, 1958: Falke übernimmt Uhli, ab 1974 Produktion auch in Portugal und Ungarn, 2005: Standort Lippstadt (am Tiergarten) aufgegeben |
| 1954 | Am Dusternweg werden Drost-Rose-Realschule und Edith-Stein-Realschule gebaut |
| 1955 | Kläranlage am Hellinghäuser Weg gebaut |
| 1956 | Britische Armee zieht aus britischer Kaserne Lipperbruch in ehemalige deutsche Flak-Kaserne an Südstraße um, neuer Name „Churchill Barracks“ |
| 1957 | Bundeswehr übernimmt britische Kaserne Lipperbruch, Bezug der „Lipperland-Kaserne“ durch Feldartillerie-Bataillon 71, Kaserne 2007 aufgegeben, jetzt Business-Park und Wohngebiet |
| 1959 | Umgehungsstraße B55 eröffnet (Erste Ampel Lippstadts?) |
| 1961 | Lippstadt erhält die Postleitzahl 4780 (seit 1993 fünfstellig 59555-59558) |
| 1961 | An der Beckumer Straße bietet eine Gaststätte die ersten Pommes Frites Lippstadts an. Seit wann Pizza, seit wann Fast Food wie Burger und Döner in Lippstadt? |
| 1962 | Schloss Overhagen wird auf 99 Jahre an Schulverein verpachtet, Eröffnung Gymnasium (GSO) zunächst mit Internat im Schloss; Schulgebäude hinter der Gräfte von Lehrern, Schülern und Eltern in Eigenleistung errichtet; Gründer Karl Hovermann stirbt im folgenden Jahr bei Autounfall auf B55 |
| 1966 | Hallenbad eröffnet: Städtisches Jakob-Koenen-Bad, abgerissen 2014? |
| 1967 | Städtische Musikschule gegründet, Fleischhauerstraße, in 2000 Umzug in Wohnpark Süd |
| 1968 | Neubau Bahnhof, Hauptbahnhof Lippstadt, Betonbau ersetzt Fachwerk-Bahnhof |
| 1969 | Industriegebiet am Wasserturm entsteht |
| 1969-1982 | Ulrike Deppe aus Lippstadt holt als Kanutin mehrere Meistertitel, 1981 Weltmeisterin im Kanuslalom |
| 1970 | Amtliche Bekanntmachung: Platz vor dem Museum wird ab jetzt „Marktplatz“ genannt, Platz vorm Rathaus in „Rathausplatz“ umbenannt (früherer Marktplatz) |
| bis 1970er | Schreckliche Zustände in Kinderheimen und bei Kinderverschickungen |
| 1971 | Niederländische Gemeinde Uden (Maashorst) wird Partnerstadt von Lippstadt |
| 1971 | Inbetriebnahme „Verkehrslandeplatz Paderborn/Ahden“, Mitbegründer Kreis Lippstadt, seit 1991 Name „Flughafen Paderborn/Lippstadt“, ab 1993 mit Air Berlin |
| 1971 | „Weka-Wurst“ Schraders Imbiss am Weka-Parkplatz, war zuvor ab 1967 Stand direkt am Bernhardbrunnen |
| 1973 | Einweihung des Stadttheaters mit 787 Sitzplätzen, wo 1970 altes Ostendorf-Gymnasium von 1865 abgerissen worden war |
| 1973 | Gemeinsamer Unterricht für Jungen und Mädchen (Koedukation) am Ostendorf-Gymnasium |
| 1974 | Drahtwerk „Westfälische Union“ stellt Produktion ein (Drahtseile) |
| 1974 | Bahnunterführung Stirper Straße fertiggestellt |
| 1974 | Lange Straße zur Fußgängerzone umgewidmet und umgestaltet |
| 1974 | „Don Quijote“ gebaut von zwei Spaniern, Wirtin Petra Wolf 1983-2001(†), geschlossen 2019, abgerissen 2020 |
| 1975 | NRW-Kommunalreform: 16 Nachbargemeinden zur Stadt Lippstadt eingemeindet, (Orts-)Bürgermeister entfallen, stattdessen Ortsvorsteher; gemäß neuer Zählweise 64.000 statt vorher 42.000 Einwohner |
| 1975 | Nach fast 800 Jahren wird die erste Bürgermeisterin der Stadt gewählt: Dr. Barbara Christ, siehe Liste Bürgermeister, seit 1968 Mitbegründerin und Vorsitzende der Lebenshilfe |
| 1977 | Neue Hauptpost am Lippertor gebaut, 2025 Umzug zu Stützpunkt im Gewerbegebiet Wasserturm |
| 1977 | Südliche Schützenhalle gebaut |
| 1980 | Fußballspieler Karl-Heinz Rummenigge aus Lippstadt wird mit 26 Toren Torschützenkönig bei der Deutschen Meisterschaft |
| 1981 | Parkhaus an der Woldemei eröffnet mit 284 Stellplätzen, 1986: Parkhaus am Markt eröffnet mit 264 Pkw-Plätzen, 2001: Radstation am Bahnhof eröffnet mit 170 Fahrrad-Stellplätzen nach Erweiterung von 2011 (aktuell wieder Platzmangel) |
| 1982 | Lippstädter empört über beantragten Abriss des Wasserturms, Stadtsparkasse spendet 100.000 DM in Stiftung zur Rettung, 1985 als Industriedenkmal unter Schutz gestellt |
| 1983 | Großraum-Disko KU eröffnet mit 1.850 qm Fläche für bis zu 2.000 Gäste, 1992 abgebrannt nach Brandstiftung durch den neuen Besitzer |
| 1985 | Stadtjubiläum: 800 Jahre Lippstadt |
| 1986 | Ordensschwestern verlassen Kath. Krankenhaus nach 130 Jahren |
| 1986 | Drei Holzschweine angeschafft, Motto „Spielen im öffentlichen Raum“, 2016: Entführung nach Hamm |
| 1988 | Bürgerbrunnen vor dem Standesamt, mit 9 beweglichen Bronzefiguren, finanziert aus Spenden von Bürgern |
| 1988 | Nordtangente freigegeben: Dr.-Wilhelm-Röpke-Straße, wo 1987 der Nordbahnhof abgerissen worden war |
| 1990 | Erstes Rathausplatz-Festival, veranstaltet vom Kulturring Lippstadt e.V. |
| 1990-1994 | Kelly Family tritt beim Lippstädter Altstadtfesten auf. / Wer weiß noch etwas über bekannte Bands z.B. früher in südl. Schützenhalle? Bitte per Mail melden |
| 1993 | Abzug der britischen Streitkräfte, feierliche Verabschiedung |
| 1995 | Stadtwerke kaufen lokales Stromnetz von VEW (heute RWE), anschließend 21 Jahre Gerichtsprozesse über Kaufpreis, Lippstadt gewinnt |
| 1995 | Stadt kauft Kasernengelände an der Südstraße vom Bund. Als „Wohnpark Süd“ können ab 1998 die ersten 80 Wohnungen bezogen werden |
| 2000 | Mit Gründung der Brauerei Thombansen endet eine Übergangszeit von 16 Jahren, in der in Lippstadt kein Bier gebraut wurde, vgl. Braurecht 1734 |
| 2002 | „Neues Südertor“ Einkaufszentrum mit Cineplex-Kino |
| 2005 | Auffahrtsarme an der B55 zu Rossfeld/Rixbeck |
| 2007 | Bahnunterführung Rixbeck Alpenstraße |
| 2008 | Bahnunterführung Unionstraße |
| 2009 | Am 07.01.2009 zweitniedrigste Temperatur in Deutschland: -26.5°C an der Messstation Bökenförde / Am 10.02.2021 mit -22,6°C NRW-Kälterekord |
| 2009 | Jasmin Schornberg aus Lippstadt wird Weltmeisterin im Kanu-Slalom im Einer-Kajak |
| 2010 | Gesamtschule gegründet, zunächst Übergangsstandort Stadtwaldschule, 2017 Umzug in Neubau an Ulmenstraße |
| 2012 | LP-Kennzeichen wiedereingeführt, zuletzt 1974 ausgegeben; seit 2011 hatten viele Kreispolitiker mit Soester Ego anhaltend versucht wegen angeblicher Kosten gegen Wiedereinführung zu argumentieren; Alternativ war Interessent für "LP" der Landkreis Ludwigslust-Parchim (2011 gegründet, jetzt LUP) |
| 2013 | Bahnunterführung Südertor eröffnet, keine Nutzungsmöglichkeit für Pkw/Lkw mehr |
| 2014 | Schwimmbad/Kombibad CabrioLippstadt CabrioLi eröffnet |
| 2015 | Fußballstadion am Bruchbaum „Liebelt-Arena“ |
| 2015 | Gasthof Landgräber verkauft, war seit 1783 im Besitz der Familie Landgräber, Fachwerkhaus wird von Grund auf saniert, SchankhausDiva 2020 eröffnet |
| 2015 | Auf Dipasch-Baustelle an der Soeststraße werden Knochen gefunden, Archäologen bergen 47 Skelette, Vermutung dass dort bis zu 2.000 Franzosen in einem Gräberfeld aus dem Siebenjährigen Krieg begraben sein könnten |
| 2015 | Einwohnerzahl von Bad Waldliesborn hat sich zwischen 2000 und 2015 verdoppelt. Davor bereits zwischen 1980 und 2000 verdoppelt. Aktuell über 5.500 Einwohner. Schock 2023: Therme dauerhaft geschlossen; 2026 Abstimmung über Bau Gradierwerk |
| 2016 | 550 Flüchtlinge an 21 Standorten in Lippstadt verteilt, überwiegend Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak. Notunterkunft an Lipperoder Straße und Turnhalle Lippeschule inkl. Zelt für insgesamt bis zu 600 Menschen |
| 2016 | „Golden Gate“ abgebrannt, zuletzt „Old Style“, 2017 Dorf-Alm eröffnet |
| 2017 | Nach 304 Jahren schließt die Einhorn-Apotheke, jetzt Café |
| 2020 | Covid-19 und Lockdown: zeitweise bis zu 800 Lippstädter gleichzeitig in Quarantäne (jeweils zuhause) |
| 2021 | Erste Stolpersteine verlegt: Erinnern an das Schicksal jüdischer Mitbürger: der Familien Levy, Grüneberg, Sostheim, Cohn, Hammerschlag, Mosbach |
| 2022 | Sturmtief Emmelinde: Tornado wütet in Lippstadt |
| 2023 | B55-Lippebrücke freigegeben, war seit 2019 provisorisch verstärkt, täglich 28.000 Fahrzeuge / Baustelle Margaretensee-Brücke bis Ende 2026 |
| 2024 | Mit dem Apollo in der Kahlenstraße schließt die letzte Disko Lippstadts |
| 2025 | 48. Altstadtlauf des LTV mit erstmals über 3.000 Teilnehmern |
Im zweiten Anlauf
Die Erstellung dieser Zeittafel hat eine eigene Historie. 2012 hatte ich eine andere Website, für die ich einen horizontalen Zeitstrahl programmiert
habe und mit Lippstädter Ereignissen und sogar überregionalen Einträgen gefüllt hatte.
Der horizontale Zeitstrahl sah gut aus, aber
man musste nach rechts oder links scrollen, was ungewohnt ist. Sehr nachteilig war, dass jeder Eintrag (in einen Kasten gezwängt) nur Platz für wenige Wörter bot.
Die notwendige Wortsparsamkeit auf dem Zeitstrahl wurde aber den einzelnen historischen Ereignissen nicht gerecht.
Trotz vieler Mühe stellte sich letztlich heraus, dass jene Darstellungsform zwar hübsch, aber für die Inhalte wirklich unvorteilhaft ist.
Und obwohl ich privat viel Zeit investiert hatte, habe ich das Projekt nach Jahren aufgegeben.
Diese Webseite historisches-lippstadt.de ist seit 2018 mein zweiter Anlauf. Sie enthielt bis 2025 gar keine Zeitleiste, sondern besteht
überwiegend aus mittellangen Aufsätzen - und verfolgt somit wieder den herkömmlichen Ansatz einer losen Sammlung von Themen.
Die obigen Einträge der Zeitleiste sind nicht nur kurz z.B. "Schule gebaut", sondern enthalten oft ergänzende Halbsätze oder Sätze.
Zu einer echten Stadtchronik würde es werden, wenn es in Zukunft gelänge, zu jedem Ereignis per Verlinkung einen ganzen Aufsatz zu hinterlegen, der
die jeweilige Situation in ihre Zeitperiode und ggf. überregional einordnet.
Zeittafel/Text: Jörg Rosenthal, 2025-2026
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