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Zeitleiste zur Stadtgeschichte von Lippstadt in Westfalen

Knapp notiert und gut sortiert: Aus meiner Sammlung an Notizen habe ich folgen­de Zeit­tafel mit über 220 aus­führ­li­chen Einträ­gen zu­sammen­gestellt, darin 380 Er­eig­nisse aus der Zeit von 1177 bis 2025.

Aus der jünge­ren Ge­schich­te habe ich ab­sicht­lich auch ein paar popu­läre Sachen mit auf­ge­nommen, die ein Histo­ri­ker wahr­schein­lich nicht in eine Stadt­chronik schrei­ben würde.
Obwohl es schon recht umfang­reich ist, bitte mir gerne Ergän­zun­gen, Korrek­turen und Vor­schläge per E‑Mail schicken, denn jeder kennt andere Aspek­te aus der Stadt­geschich­te und kennt viel­leicht weite­re nennens­werte Ereig­nisse. Vielen Dank!


Springe zum Jahr:  1500  1600  1700  1800  1900  1946  2000

Zeittafel über Lippstadt

1177Zerstörung der Nicolai-Siedlung durch Kurköln (evtl. aus Rache, nachdem Bernhard II. den Löwenberg besetzt hatte?)
1182Wiederaufbau der Nicolai-Kirche
1185Gründung der „Stadt zur Lippe“ (Lippstadt) durch Bernhard II. zur Lippe, siehe Mantel-Anekdote, als erste Planstadt in Westfalen
1185Bernhard II. stiftet seinen Hermeling­hof zum Bau eines Nonnen­klosters (Augustiner-Chorfrauen-Stift); gestiftet wurde um ein gott­gefälli­ges Werk zu tun; ab 1250 Bau einer größe­ren Stifts­kirche (wird 1846 zur Stiftsruine)
um 1190Baubeginn der Marienkirche als Marktkirche
1209Burgmühle errichtet, wahrschein­lich als Getreide­mühle, über 790 Jahre in Betrieb (bis 2003), weiter siehe Eintrag von 1860
1209Erster Stadtbrand
um 1220Lippstädter Stadtrechts-Urkunde, Vorlage für weitere Städte (Stadtgründungs­welle 1220 bis 1350)
um 1220Marienkirche unfertig von Bernhard II. geweiht, in seiner neuen Eigen­schaft als Bischof von Selonien (Livland)
ab 1231Münzmeister in Lippstadt prägen englische Münzen nach, ab Mitte des Jh. auch eigene Münzen mit Lipperose, Lippstädter Pfennig 1290-1310
um 1240Baubeginn der Jakobi-Kirche
um 1250Epos „Lippiflorium“ von Schul­leiter Justinus veröffent­licht, Lob­gedicht auf die Familie des Stadtgründers
1253Handelsbund: Lippstadt im „Werner Bund“ zusammen mit Soest, Dortmund, Münster und 1264 Osnabrück
ca. 1280Lippstadt wird Mitglied der Hanse (aus Kaufmanns­hanse ent­wickelt sich Städtehanse), 1540: Prinzipal­stadt der Hanse, bis Ende der Hanse 1669
1281Baubeginn der Brüderkirche für das im Vorjahr gegrün­dete Augustiner-Eremiten-Kloster
1310Zweiter Stadtbrand
1347Erste Beulenpest-Welle erreicht Westfalen, Paderborn stark betrof­fen, z.B. im Kloster Liesborn sterben 12 Mönche und 8 andere.
Durch regel­mäßige Epidemien im Abstand von 10 bis 15 Jah­ren stag­niert das Bevölkerungs­wachstum.
1365Erwähnung des Siechenhauses St. Matthiae (heute Siechenkamp) erhält jähr­liche Rente für Arme/Kranke. Zweites Siechenhaus und Spital am Klusetor
1376Verpfändung der Stadt Lippstadt an Engelbert von der Mark, damit Simon III. zur Lippe das Löse­geld für seine Freilas­sung von Burg Rheda bezah­len konnte (Tecklen­burger Fehde)
um 1400vermutlich Gründung einer Schützen­gesellschaft; das Lipp­städter Schützen­kleinod von 1532 ist das älteste West­falens (Ehrenpreis für den besten Schützen)
1431Frauenkloster St.-Annen-Rosen­garten an Kloster­straße ge­gründet durch Kloster Böddeken, 1526 Beet­saal zu Kirche mit Chor umge­baut, 1813/1815 Auflö­sung des Klosters und Abriss der Kirche, 1982 graben Archäo­logen die Grund­mauern des Klosters aus, Umwandlung in Park
1435Zunft der Wollenweber als erstes Handwerks-Amt erwähnt
1444-49Soester Fehde, Lippstadt unter­stützt Soest gegen Kurköln, Wechsel von Lipp­stadts Verpfän­dung zur Samtherrschaft über Lippstadt 1445
1449Zur Unterhaltung der Stadtbefesti­gung er­laubt der Herzog von Cleve der Stadt Lipp­stadt Warenzölle und Wege-/Brücken­geld zu erheben
1478-1506Bau des neuen großen Chor-Raums (Hallen­umgangs­chor) der Marienkirche
bis 1520Bernhard Witte schreibt „Historia Westphaliae“, erstmals zusammen­hängen­de Landes­geschich­te Westfalens
1524Beginn der Reformation in Westfalen durch Predig­ten des Lipp­städ­ter Augustiner-Mönchs Dr. Johan­nes Wester­mann in der Brüder­kirche. Seine gedruckten Fasten­predig­ten sind das erste evange­lische Buch West­falens („Lipp­städter Katechis­mus“) - das erste deutsch­sprachi­ge Lehr­buch - und machen Lipp­stadt zu einem der ersten Druckerei-Standorte Westfalens
1531Totale Verkehrs- und Handels­sperre über Lipp­stadt ver­hängt, nach Streit mit den Landes­herren zur Lippe und von Kleve, weil ohne deren Erlaub­nis der Lipp­städter Rat den protes­tan­ti­schen Predi­ger Oemeken einge­stellt hatte. 1532 steht Lipp­stadt vor dem Ruin, kapitu­liert 1533 und nimmt die klevi­sche Kirchen­ordnung an, aber Gottes­dienste weiter­hin auf deutsch gehal­ten. 1535 musste Lipp­stadt alle kirch­li­chen Neue­rungen zurück­nehmen.
1538Lutherische Kirchen­ordnung in der Graf­schaft Lippe einge­führt; nach Augs­burger Religions­friedens von 1555 bestimmt Graf Simon VI. 1605 die Reforma­tion für ganz Lippe
1539Johannes Kruyshaer (Cincinnius), geb. 1485 in Lipp­stadt, über­setzt als Erster die ver­ges­sene Varus­schlacht auf deutsch (Arminius, 16 n.Chr.), aber fehl­interpre­tiert dass die Schlacht gegen die Römer in einem Wald bei Riet­berg statt­ge­fun­den habe. 1863 spen­den reiche Lipp­städ­ter 30 Taler zum Bau des Hermanns­denkmal, auch der Magis­trat steuert 25 Taler bei
1541Geburt von David Gans in Lippstadt, jüdi­scher Astronom und Universal­gelehr­ter, schreibt über Welt­modelle nach Brahe (befreun­det in Prag) sowie Kopernikus und Kepler
1555aus Lateinschule wird Lutherisches Gymnasium, aber bis 1729 bleibt Latein die Unter­richts­sprache; heute Ostendorf-Gymnasium
1593Städtische Ziegelei am Cappel­tor er­wähnt als Hinrich Qualenbrink der Stadt 2 Morgen Land am Rossfeld (Rose's Feld) zur Lehm-Abgrabung verkauft
1616Stadt erstmals als „Lipstat“ bezeich­net, zuvor immer „Stadt Lippe“ oder „Stadt zur Lippe“ (niederdeutsch „Stadt tor Lippe“)
1617Caspar Ulenberg, geb. 1549 in Lippstadt, war zur katholi­schen Kirche konver­tiert und stellt 1617 seine Über­set­zung der Bibel ins Deut­sche fertig, als Gegen­pol zur Luther-Bibel, nun mit katho­li­schen Formu­lie­run­gen (Gegen­refor­mation)
1619Bau von Schloss Overhagen (ersetzt Burg, jetzt Lippe-Renaissance), 1648 Schloss Helling­hausen, 1720 Schloss Herring­hausen / Schlösser der Familien­zweige des Adels­geschlechts von Schorlemer / Schloss Helling­hausen 1820 abge­brannt und nicht wieder aufgebaut
1621Herzog Christian von Braunschweig (der „tolle Christian“) richtet im befestig­ten Lipp­stadt sein Haupt­quartier ein und be­mächtigt sich der Burg Lipperode. Seine Truppen plün­dern Paderborn und Münster. Eventuell wurde Lippstadt zur Münz­prägestätte seines Pfaffenfeind­talers.
1623Sechswöchige Belagerung der Festungs­stadt Lippstadt durch Truppen der Katholi­schen Liga (Dreißigjähriger Krieg 1618-1648)
1625Erster Apotheker urkundlich erwähnt
1630Die 18-jährige Anna Maria Crevet wird aus Lippstadt fort­ge­schafft, um hier dem Hexen­verfol­gungs­wahn zu ent­kommen. Sie über­lebte in Magde­burg und ist eine Vor­fahrin des berühm­ten Erfin­ders Werner von Siemens (1816-1892)
1630Hexenverfolgung: 23 weibliche und 6 männ­liche Ange­klagte sind der Hexe­rei schul­dig ge­spro­chen und mit dem Schwert hinge­rich­tet wor­den.
2015 hat der Stadt­rat in einem symbo­li­schen Akt alle 29 in Lipp­stadt Hin­ge­rich­te­ten for­mell als unschul­dig rehabi­li­tiert.
1642Dritter Stadtbrand: durch Blitzeinschlag in gefüllte Scheune, ein Drittel aller Häuser in Lipp­stadt abge­brannt / Nächster Stadt­brand folgt in 14 Jahren
1656Vierter Stadtbrand: wieder durch Blitz­einschlag, während ein Groß­teil der Lippstäd­ter zur Jakobi-Kirmes nach Mastholte gegan­gen war, brannten zuhause 336 Häuser ab, bei Rückkehr „die Ihrigen arm und bloß antrafen“
1673Fleckfieberseuche, übertragen durch Kleiderläuse, Lippstadt: von ursprüng­lich 3.000 Einwoh­nern wurden „2.000 Seelen begraben“
1676Fünfter Stadtbrand
1706Gouvernements­gebäude (der Landes­verwaltung) gebaut, hinter Brüder­kirche wo zuvor Kloster war, ab 1828 als Kaserne genutzt, 1906 abge­rissen um Platz für die Wilhelm­schule mit Turn­halle zu machen (heute Schule im Grünen Winkel)
1710Erste Lippstädter Zeitung, herausgegeben vom Lippstädter Postmeister Pöppelmann (wöchentliche Post-Zeitung), Informations­quelle waren womög­lich die reiten­den Postillione, angeblich älteste Zeitung zwischen Rhein und Weser, eine der meist­gelesenen Zeitungen Westfalens
1734Braurecht für Familie Nies, ab 1801 im „Alten Brauhaus
1757/58Besetzung der Stadt durch die Franzosen, Siebenjähriger Krieg (1756-1763)
um 1760Stärkste Stadtbefestigung: Stadtmauer, Wälle, Gräben und vorge­lagerte Posten auf 200 m Breite rund um ganz Lippstadt
1763Schleifung der Festungswerke, Demilitari­sierung der Städte nach dem Sieben­jährigen Krieg auf Anord­nung des Königs Fried­rich II. von Preußen, 600 Pioniere aus Minden wurden ein­quar­tiert und erledig­ten monate­lang den Abriss
1764Explosion des ehemali­gen franzö­si­schen Pulver­schuppens, zwei zündeln­de Jungs sterben; Schäden an Jakobi­kirche konnten nicht repariert werden, so dass sie über lange Zeit zerfiel; 1834 Abriss der Jakobi­kirche durch Proteste ver­hindert
1773/74Neubau des Rathauses, nachdem erstes Rathaus wahrschein­lich schon 550 Jahre alt war
1777Lippstadt wird als wichtigs­tes Grenz­postamt zwischen Preußen und Taxis er­wähnt: die Briefe aus dem Reich, der Schweiz und Italien nach Westen und Ostfries­land mussten sämt­lich über Lipp­stadt beför­dert werden
1801Apothekerstreit: nach dem Sieben­jährigen Krieg war die Ein­woh­ner­zahl so stark ge­sun­ken, dass eine von drei Apothe­ken zu schlie­ßen habe, aber keiner wollte auf­geben, bis 1806 ein Apothe­ker ohne Voran­kündi­gung die Stadt ver­lassen hat
1800Zusatz: über Ärzte jener Zeit ist kaum etwas be­kannt, weil es nur wenige gab, wahr­schein­lich für Lipp­stadt nur 1 Physikus, und weil sie keine Praxis führ­ten, ent­weder dem Militär unter­standen oder von der Stadt auf Zeit be­stellt wurden und danach weiter­zogen; Nur zwei Bei­spiele ge­funden: um 1700 „Freiheits­anmaßungen des Physikus Dr. Fuhrmann“, d.h. er forderte evtl. Bürger­recht oder Steuer­vergüns­ti­gung; und um 1820 empfahl ein Kreis­physikus die Schließung der Stifts­kirche auf­grund pestilenz-artigen Gestanks
1806Franzosen besetzen Lippstadt erneut, nachdem Preußen Schlacht bei Jena verlo­ren hat. Napoleon besetzt Nord- und West­deutsch­land und gründet 1807 König­reich Westphalen
1807Übergabe der Nicolaikirche als einzige katho­li­sche Kirche an die neu gegrün­dete kath. Kirchen­gemeinde
1810Gewerbefreiheit: Auflösung der Zünfte (Preußische Reformen), siehe z.B. Metzgeramt
1817Gründung des Kreises Lippstadt im Regierungs­bezirk Arns­berg (gegründet im Vorjahr) in der preußi­schen Provinz Westfalen (gegrün­det 1815 nach Wiener Kongress)
ab 1820Bevölkerungswachstum in der (evangeli­schen) Stadt setzt ein, evtl. durch Zuzug aus (katholi­schem) Umland, Ursachen: Agrar­krise aber städti­scher Auf­schwung. Erstes Bevölkerungs­wachstum nach jahr­hunderte­langem Still­stand bei bisher immer rund 3.000 Ein­wohnern
1821Städtischer Friedhof an Lipperoder Straße eingeweiht, zuvor Bestattungen auf Grundstücken an den Kirchen
1826Letzter Biber an der Lippe bei Cappel erlegt, erst nach Wieder­ansied­lungen 2014 am Lippesee wieder auf­getaucht, 2022: Fischotter bei Lippetal gesichtet
1827Wiederbelebung von Schützen­kompanie und Schützenfest
1830Lippe bei Lippstadt schiffbar gemacht, ab Wesel/­Rhein bis über Lipp­stadt hinaus, Transport u.a. von Holz und Getreide, Lippstäd­ter Schiff­fahrts­kanal 1830 bis 1870 genutzt
1842Stadtsparkasse Lippstadt gegründet, anfangs Geld der Sparer in Privat­wohnung eines Rentners aufbe­wahrt, Öffnungs­zeit nach­mittags 1 Stunde. Von 1872 bis 1910 im Rat­haus unter­gebracht. Heute Sparkasse Hellweg-Lippe
1845Alexander Kisker gründet Brenne­rei mit Ver­mögen seines Vaters, ritt persön­lich zu Pferd bis ins Sauer­land um Bestel­lun­gen auf­zu­nehmen; 1872: Produk­tion 810.000 Liter Brannt­wein und Likör, 1906: Teil des Betriebs an Wieden­brücker Straße ver­legt, Marke "Auf's Blatt", Brennerei an Post­str. und Rat­haus­str. 1974 abge­rissen, 2001: Verkauf an Berkel-AHK
1846Stiftskirche wird zur Stiftsruine, Kirche seit 1820 nach Wasser­einbruch ver­lassen, 1846: Kirch­turm abge­tragen, ein Jahr­zehnt später auch das Gewölbe
1848Gründung der Tageszeitung „Der Patriot“, Verleger Carl Weinert, Markt­straße. Nach Tod über­nimmt Witwe, übergibt 1870 an neuen Ehe­mann Carl Josef Laumanns; 1984: Verlags­zentrum am Wasser­turm, Druck in Oelde, seit 1992 Druck­zentrum Soest
1849Preußische Justizreform: Lippstadt er­hält Kreis­gericht (ab 1879 Amts­gericht) und Haupt­steueramt, auch die Lippi­schen Ex­klaven Lipperode und Cappel unter­stehen dem Preußi­schen Kreis­gericht Lippstadt
1850Anschluss an die Eisenbahn: Linie Hamm-Kassel der (preu­ßisch) König­lich-West­fäli­schen Eisen­bahn-Gesell­schaft (KWE); Lippstadts Bürger­meister Bertram hatte er­reicht, dass die Bahn­linie mit einem großen Bogen an Lipp­stadt anstatt an Erwitte entlang­geführt wird
1851Konfliktfreies Ende der Samt­herrschaft von 1445: Lippstadt wird voll­ständig preußisch, nach­dem der Lipp­städ­ter Rat den König von Preußen ge­beten hat, Lipp­stadt aus dem hälfti­gen Besitz des Fürsten­tums Lippe zu kaufen, wie von Lippe ange­boten. Dafür zahlt Preußen eine jähr­li­che Rente von 9.120 Reichs­talern an Lippe. Mit einem Abschieds­brief vom 29. April 1851 ent­lässt Fürst Leopold die Stadt aus der Lippi­schen Untertanen­pflicht.
1851Cappel und Lipperode bleiben in Lippi­schem Besitz (sie waren nicht Teil des Kondomi­niums), weil mit Preußen keine Eini­gung über den Kauf er­zielt werden konnte. Somit blieben Cappel und Lipperode als Lippi­sche Ex­klaven isoliert im preußi­schen Umland (Ausland)
1851Cholera-Epidemie, aber Lippstadt mit rund 5.000 Ein­woh­nern hat kein Kranken­haus, deshalb folgen Gründun­gen 1852 und 1856
1852Gründung erstes Evangeli­sches Kranken­haus mit Waisen­haus an der Kolping­str. (Alte Soest­straße) bis 1913 auf Gelände des ehe­mali­gen Nonnen­klosters St.-Annen-Rosen­garten
1852Einweihung der Synagoge an der Stiftstraße; 1890 wohnten in Lipp­stadt 270 Juden (Höchst­stand) und 10.120 Christen
1852Höhere Töchterschule (Realschule für Mädchen) von 4 evan­geli­schen Lehrern an der Jakobi­kirche ein­ge­rich­tet, Vorläu­fer des heuti­gen Evange­li­schen Gym­na­siums (EG); Stand 1859: die Höhere Töchter­schule in Lipp­stadt war eine von nur 11 solcher Schulen in ganz Westfalen. Bildung für Mädchen war Privat­sache - wenn man es sich leisten konnte und wollte
1852Julius Ostendorf wird Rektor der höheren Schule (für Jungen), 1873: setzt sich ener­gisch für Moderni­sie­rung des Bil­dungs­systems im preußi­schen Schul­streit ein (Real­gymnasium)
1855-83Hermann Müller wird Biologie-Lehrer am Ostendorf-Gymna­sium, entdeckt Co-Evolution, in Kontakt zu Charles Darwin, 1866: sein natur­wissen­schaft­licher Lehr­plan für Preußen, Streit mit kath. Konser­va­tiven
1856Katholisches Krankenhaus an Hospitalstraße einge­richtet, nach o.g. Cholera-Epidemie
1856Peter Brülle gründet Großhandel für Saaten und Kolonial­waren; sein Kompag­non Hermann Schmeltzer ver­starb bereits 1859; im nächs­ten Jahr­hundert wird Brülle & Schmelt­zer (SB Zentral­märkte) zu einem der größ­ten Groß­händler unserer Region, heute ins­gesamt 1.300 Mit­arbei­ter
1860Burgmühle von 1209 erhält neues Wasserrad Marke Zuppinger (größ­tes in West­falen), 1895: Dampf­maschine ange­schafft, Mühlen­betrieb 2003 einge­stellt, denkmal­geschütz­tes Mühlrad um­gezogen zum Quality-Hotel
1860Maurermeister Timmermann gründet Ziegelei an Lüning­straße, 1871: Ring­ofen mit Dampf­maschine, 1949: Eimer­ketten­bagger, danach Lehm­kuhle als Müll­deponie für Lipp­stadt, danach Stand­ort Disko KU, heute Hochschule und IQ
1860Gründung des Eisenwerks Linhoff, aufgrund Eisenbahn-Anbindung, später Drahtwerk „Westfä­lische Union“ Unionstraße, Beginn der Indus­triali­sierung in Lippstadt
1863Städtische Gas-Anstalt in Betrieb genommen, Erzeugung von Stadtgas durch Verkokung von Steinkohle aus dem Ruhr­gebiet (Eisenbahn), Nebenprodukte Koks und Teer, Koksverkauf als "Hausbrand" an privat
1870Gründung der Brauerei Weissenburg, 1920 gekauft von Nies, 1984 hier letzter Sud, dann Paderborn, 1990 Nies-Gruppe von Warsteiner gekauft
1870Gartenwirtschaft auf der Tivoli-Insel eröffnet, aber Tivoli-Gebäude erst ca. 1900
1872-74Neubau der Nicolaikirche, Westturm bleibt original, siehe 1182
1875Kredit- und Vorschußverein gegründet, Selbst­hilfe für Handwerker und Klein­gewerbe, Vorläufer der Volksbanken und Genossenschafts­banken
1876Neubau der Nikolaischule für Knaben an der Kloster­straße auf Gelände des ehe­ma­li­gen Nonnen­klosters St.-Annen-Rosen­garten, 1886 Mädchen­schule an der Weihen­straße, 1980 Umzug ans Lipper­tor in ehe­ma­lige Kreis­berufsschule
1882bei Dampfkessel-Explosion im Union-Werk sterben 10 Arbei­ter, Denkmal auf dem Friedhof; reichsweite Statis­tik nennt 11 solcher Dampf­kessel-Explo­sionen allein für dieses Jahr
1883Einrichtung des städtischen Schlachthofs
1883WLE gegründet als „Warstein-Lippstädter Eisenbahn“, Sitz Lippstadt, seit 1896 namentlich „Westfälische Landes-Eisenbahn“
1885Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahre sprung­haft auf 11.000 ange­stiegen, Zuzug wegen Industriali­sierung (Urbanisierung)
1889Carl Wilhelm Lott kauft Scheune an Lange Straße und baut Haus mit Laden­geschäft für Texti­lien, 1911 erstes Schau­fenster in Lipp­stadt, heute 6 Gebäude vereint zu 5.000 qm Ver­kaufs­fläche, seit 2019 unter dem Namen Leffers
1895Sally Windmüller kauft und verlegt Fabrik für (Fahrzeug)Laternen nach Lippstadt Hospitalstraße, 1899 Westfä­li­sche Metall­indus­trie Aktien­gesell­schaft (WMI), 1908 Erfindung Scheinwerfer, Produkt HELLA
1896LP-Süd: Josefschule gegründet, 1902 Joseph­kirche gebaut
1898Marienschule an Fleischhauerstraße gebaut (kath. Töchter­schule mit Pensionat), 1966 Umzug zum Lipper­bruch / An Fleischhauer­str. heute Stadt­bücherei
1900Suderlage (heute Waldliesborn): bei Probe­bohrung auf Suche nach Stein­kohle statt­dessen auf Sole­quelle gestoßen. Wilhelm Eichholz gründet Heilbad „Bad Eichholz“, nach Konkurs 1913 um­be­nannt in „Bad Waldlies­born“
1901Wasserturm gebaut, bis 1977 in Betrieb, aber Wasser­versor­gung seit 1958 über­wiegend durch Wasser­werk Lipperbruch
1905Neues Postamt an der Langen Straße (heute Alte Post)
1905Rüstungsindustrie: „Königlich Preußische Artillerie-Werkstatt“ wird von Köln-Deutz nach Lippstadt verlegt, 400 Arbeiter, heute Standort Rothe Erde.
Arbeiter bringen Karneval vom Rhein­land nach Lippstadt.
1908Fußballvereine Borussia und Teutonia gegründet, siehe Waldschlößchen, 1997 fusio­nieren Fußball­abteilun­gen zum Spiel­verein Lipp­stadt 08 e.V.
1912Zeppelin-Tag: Luftschiff LZ-11 „Viktoria Luise“ geht vor Anker, 20.000 Zu­schauer, Hotels aus­gebucht, der Anker­stein liegt noch heute in Walibo
1913Neubau Ev. Krankenhaus an der Wieden­brücker Landstraße, Umzug aus Kolping­straße (dort seit 1852), heutiger Bau von 1967
1914Genossenschaftliche Gewerbebank gegründet, Nachfolger des Vorschuß­vereins von 1875, Vorläufer der Volksbank Lippstadt, heute VR Bank Westfalen-Lippe eG
1916Lebensmittelunruhen in Westfalen, z.B. am 10.05.1916 "Fett­krawall" in Biele­feld; Mangel­versor­gung seit 1915 wegen Briti­scher See­blockade
1917Steckrübenwinter 1916/17, Hungersnot im Deut­schen Reich: in diesem Winter sterben mindes­tens 100.000 Zivi­listen an Hunger und hunger­beding­ten Krank­heiten; Städter schicken Kinder aufs Land, z.B. Wadersloh be­wirtet bis 1924 rund 1.600 auswär­tige Kinder; in Warstein ver­hungern viele Psychia­trie-Patienten
1917Reichsbank Lippstadt und Kreis Lippstadt geben Notgeld-Gutscheine aus, wegen Münz- und Rohstoff­mangel im Ersten Weltkrieg
1917Mangel an Schuhen, weil Leder für Militär­stiefel priori­siert: die Wilhelm­schule emp­fiehlt Kindern barfuß zur Schule zu kommen, im Winter mit Holz­schuhen beholfen
1920Bernhardbrunnen eingeweiht, mit Stadtgründer-Statue (Edelherr Bernhard II. zur Lippe, als Ritter dar­ge­stellt) und mit Gedenk­tafel an Gefallene (fast 600 Lipp­städter kehr­ten aus dem Ersten Weltkrieg nicht zurück)
um 1920Städtisches Luftbad am Lipper­tor einge­rich­tet: hinter einem 2 m hohen Bretter­zaun konnte man auf einer Wiese gegen Gebühr ein Sonnen­bad nehmen, getrennte Zeiten für Männer und Frauen
1925Beginn Sammlung von Exponaten für ein Museum, 1929 Einzug ins heutige Museums­gebäude
1926Erste Herbstwoche, ursprüng­lich Gewerbe­schau mit „Vergnü­gungs­park“ (Kirmes)
1932Freibad am Jahnplatz durch Baufirma Pehle privat finan­ziert und gebaut, 1956 Übergabe an Stadt
1932Erstes Kaufhaus: WEKA (Westfalen-Kaufhaus) Lange Straße, geschlossen 1995?
1933Am 12.1. spricht Adolf Hitler in Lipperode, im Wahlkampf für Landtags­wahl in Lippe, deshalb kein Interes­se an Veranstal­tung in Lippstadt (gehörte zum Preußi­schen Landtags­wahlkreis Westfalen-Süd)
1933Absetzung des Bürgermeisters durch NSDAP
1934Heinrich Kleine eröffnet Geschäft für Herren- und Knaben­bekleidung, geschlossen 2014
1935Brand von Schloss Schwarzenraben, wieder aufgebaut; gehörte bis 1974 zu Ermsing­hausen (Geseke) heute zu Bökenförde
1936Modehaus Brenken eröffnet, geschlossen 2012
1936Hitler will Aufrüstung, Lippstadt wird wieder Garnisons­stadt: Bau einer Flak-Kaserne mit der Südstraße als Parade­straße, außerdem Militär­flugplatz (Fliegerhorst) am Lipperbruch
1936Rüstungsindustrie: Gründung der „Lippstädter Eisen- und Metall­werke“ (LEM), 1944: Zwangsarbeite­rinnen
1937WMI/Hella hat erstmals 1.000 Mitarbei­ter, Beginn Rüstungs­produktion
1937Pastor Martin Niemöller, gebürtiger Lipp­städ­ter, predigt in der Marien­kirche gegen den Rassismus der Nazis, 1937 verhaftet, 8 Jahre im KZ Sachsen­hausen und KZ Dachau
1938Zerstörung der Synagoge nach Brandlegung (Reichspogromnacht)
1939Einwohnerzahl stark angestiegen auf 23.000, Zuzug wegen Rüstungs­industrie
1940Fliegerhorst Lipperbruch ist wiederholt Bomber­angriffen ausge­setzt. 1944 durch Luft­angriffe schwer beschädigt
1942Beginn der Juden-Deportationen, siehe Stolper­steine ab 2021
1945Einziger Bombenangriff auf die Stadt
1945700 Zwangsarbeiterinnen aus dem LEM werden auf Todes­marsch zum KZ Bergen-Belsen getrieben, in Kaunitz von US-Einheiten befreit
1945US-amerikanische Truppen besetzen Lippstadt am 1. April kampflos (Video), Ruhrkessel wird am Wasserturm geschlos­sen, Endkampf um Ruhrgebiet, Kapi­tulation Deutsch­lands zum 8. Mai
1945Unversehrte Flak-Kaserne an der Südstraße wird von amerikani­schen Streitkräften bezogen, danach von belgischen Einheiten, danach britische Royal Artillerie siehe 1956
1946ca. 3.000 Vertriebene aus den deutschen Ost­gebieten in Lipp­stadt (auf 25.000 Ein­wohner), Zentrum zur Betreu­ung von Vertriebenen
1946Fliegerhorst wird zum Ortsteil Lipperbruch, Nutzung der ehema­ligen Flieger­horst-Kaserne zur Linderung der Wohnungsnot
1946Hochwasser in der Innenstadt, hierbei soll Lipp­stadts Bei­name "Das Venedig West­falens" selbst­ironisch ent­standen sein - damals noch nicht als Werbe­slogan. Tauwetter-Flut in Nord­hälfte Deutsch­lands im Februar nach schnee­reichem Winter 1945/46 insbe­son­dere an Weser und Ems.
1947Hungerwinter 1946/47, extrem kalter und langer Winter, Hamster­fahrten per Bahn aufs Land, um Lebens­mittel und Heiz­material zu tauschen; Lebensmittel­karten, im April 1947 pro Kopf nur 672 Kalo­rien täg­lich; Hoffnung auf Marshall-Plan und Währungs­reform 1948
1948Einführung der D-Mark, ersetzt wert­lose Reichs­mark und Tausch­handel; Arbeit wieder für Geld normali­siert die Wirt­schaft, funktio­nieren­des Geld schafft Grund­lage für Inves­ti­tionen; Marshall-Plan: USA liefern Roh­stoffe und Maschinen nach Europa als Kick­start für Schlüssel­industrien
1950Beginn des deutschen Wirtschafts­wunders; ebenso in Nord-Italien: miracolo economico, in Frankreich: Trente Glorieuses (30 Glanz­jahre)
1950Nordstern-Kino (Strotkötter) er­öffnet nach Umbau von Cabaret-Theater, 1952: Südtheater-Kino (Nieuwdorp) eröffnet am Südertor
19511. NRW-Kajak-Slalom auf der Lippe an der Burgmühle
1953Stadthaus am Ostwall fertig­gestellt, Umzug aus Rathaus. 70 Jahre später: 2024 Spatenstich für neues Stadt­haus am ehe­mali­gen Güter­bahnhof
1954Christian Dior aus Paris beauf­tragt Werner Uhlmann („Uhli-Strümpfe“) mit Herstel­lung von Feinstrümpfen, deutsches Perlon anstatt ameri­kani­sches Nylon, 1958: Falke übernimmt Uhli, ab 1974 Produk­tion auch in Portugal und Ungarn, 2005: Standort Lippstadt (am Tier­garten) auf­gegeben
1954Am Dusternweg werden Drost-Rose-Realschule und Edith-Stein-Realschule gebaut
1955Kläranlage am Hellinghäuser Weg gebaut
1956Britische Armee zieht aus britischer Kaserne Lipperbruch in ehema­lige deutsche Flak-Kaserne an Südstraße um, neuer Name „Churchill Barracks“
1957Bundeswehr übernimmt britische Kaserne Lipperbruch, Bezug der „Lipperland-Kaserne“ durch Feld­artillerie-Bataillon 71, Kaserne 2007 aufgegeben, jetzt Business-Park und Wohngebiet
1959Umgehungsstraße B55 eröffnet (Erste Ampel Lippstadts?)
1961Lippstadt erhält die Postleitzahl 4780 (seit 1993 fünf­stellig 59555-59558)
1961An der Beckumer Straße bietet eine Gast­stätte die ersten Pommes Frites Lippstadts an. Seit wann Pizza, seit wann Fast Food wie Burger und Döner in Lippstadt?
1962Schloss Overhagen wird auf 99 Jahre an Schul­verein ver­pachtet, Eröffnung Gymnasium (GSO) zunächst mit Internat im Schloss; Schulgebäude hinter der Gräfte von Lehrern, Schülern und Eltern in Eigen­leistung er­richtet; Gründer Karl Hover­mann stirbt im folgen­den Jahr bei Auto­unfall auf B55
1965Heinrichsflut: Hochwasser in Lippstadt-Nord und Mitte, die Flut rum um die Lippe-Zuflüsse forderte zuvor bei Paderborn 11 Todesopfer
1966Hallenbad eröffnet: Städtisches Jakob-Koenen-Bad, abgerissen 2014?
1967Städtische Musikschule gegründet, Fleischhauer­straße, in 2000 Umzug in Wohnpark Süd
1968Neubau Bahnhof, Hauptbahnhof Lippstadt, Betonbau ersetzt Fachwerk-Bahnhof
1968Woolworth eröffnet, in auffälligem Beton-Neubau; Ladenketten machen einheimi­schen Geschäften Konkurrenz
1969Industriegebiet am Wasserturm entsteht
1969-1982Ulrike Deppe aus Lippstadt holt als Kanutin mehrere Meister­titel, 1981 Welt­meisterin im Kanu­slalom
1970Amtliche Bekanntmachung: Platz vor dem Museum wird ab jetzt „Marktplatz“ genannt, Platz vorm Rathaus in „Rathausplatz“ umbenannt (früherer Marktplatz)
bis 1970erSchreckliche Zustände in Kinderheimen und bei Kinder­verschickungen
1971Niederländische Gemeinde Uden (Maashorst) wird Partner­stadt von Lippstadt
1971Inbetriebnahme „Verkehrslandeplatz Paderborn/Ahden“, Mitbegründer Kreis Lippstadt, seit 1991 Name „Flughafen Paderborn/­Lippstadt“, ab 1993 mit Air Berlin
1971„Weka-Wurst“ Schraders Imbiss am Weka-Parkplatz, war zuvor ab 1967 Stand direkt am Bernhard­brunnen
1973Einweihung des Stadttheaters mit 787 Sitz­plätzen, wo 1970 altes Ostendorf-Gymnasium von 1865 abge­rissen worden war
1973Gemeinsamer Unterricht für Jungen und Mädchen (Koedukation) am Ostendorf-Gymnasium
1974Drahtwerk „Westfälische Union“ stellt Produktion ein (Drahtseile)
1974Bahnunterführung Stirper Straße fertig­gestellt
1974Lange Straße zur Fußgängerzone um­ge­wid­met und um­ge­staltet
1974„Don Quijote“ gebaut von zwei Spaniern, Wirtin Petra Wolf 1983-2001(†), geschlossen 2019, abgerissen 2020
1975NRW-Kommunalreform: 16 Nachbar­gemeinden zur Stadt Lippstadt eingemeindet, (Orts-)Bürgermeister ent­fallen, stattdessen Orts­vorsteher; gemäß neuer Zähl­weise 64.000 statt vorher 42.000 Ein­wohner
1975Kreis Lippstadt aufgelöst, Anschluss an Kreis Soest
1975Nach fast 800 Jahren wird die erste Bürger­meisterin der Stadt gewählt: Dr. Barbara Christ, siehe Liste Bürgermeister, seit 1968 Mitbegründerin und Vorsitzende der Lebenshilfe
1977Neue Hauptpost am Lippertor gebaut, 2025 Umzug zu Stütz­punkt im Gewerbe­gebiet Wasserturm
1977Südliche Schützenhalle gebaut
1980Fußballspieler Karl-Heinz Rummenigge aus Lippstadt wird mit 26 Toren Torschützen­könig bei der Deutschen Meister­schaft
1981Parkhaus an der Woldemei eröff­net mit 284 Stell­plätzen, 1986: Parkhaus am Markt eröff­net mit 264 Pkw-Plätzen, 2001: Radstation am Bahnhof eröffnet mit 170 Fahr­rad-Stell­plätzen nach Erweite­rung von 2011 (aktuell wieder Platzmangel)
1982Lippstädter empört über beantrag­ten Abriss des Wasserturms, Stadtsparkasse spendet 100.000 DM in Stiftung zur Rettung, 1985 als Industrie­denkmal unter Schutz gestellt
1983Großraum-Disko KU eröffnet mit 1.850 qm Fläche für bis zu 2.000 Gäste, 1992 abge­brannt nach Brandstif­tung durch den neuen Besitzer
1985Stadtjubiläum: 800 Jahre Lippstadt
1986Ordensschwestern verlassen Kath. Krankenhaus nach 130 Jahren
1986Drei Holzschweine angeschafft, Motto „Spielen im öffent­lichen Raum“, 2016: Entführung nach Hamm
1988Bürgerbrunnen vor dem Standesamt, mit 9 beweg­li­chen Bronze­figuren, finanziert aus Spenden von Bürgern
1988Nordtangente freigegeben: Dr.-Wilhelm-Röpke-Straße, wo 1987 der Nordbahnhof abge­rissen worden war
1990Erstes Rathausplatz-Festival, veran­stal­tet vom Kulturring Lippstadt e.V.
1990-1994Kelly Family tritt beim Lipp­städ­ter Alt­stadt­festen auf. / Wer weiß noch etwas über bekannte Bands z.B. früher in südl. Schützen­halle? Bitte per Mail melden
1993Abzug der britischen Streitkräfte, feierliche Ver­abschiedung
1995Stadtwerke kaufen lokales Strom­netz von VEW (heute RWE), anschlie­ßend 21 Jahre Gerichts­prozesse über Kaufpreis, Lippstadt gewinnt
1995Stadt kauft Kasernengelände an der Südstraße vom Bund. Als „Wohnpark Süd“ können ab 1998 die ersten 80 Wohnun­gen bezogen werden
2000Mit Gründung der Brauerei Thombansen endet eine Übergangs­zeit von 16 Jah­ren, in der in Lipp­stadt kein Bier gebraut wurde, vgl. Braurecht 1734
2002„Neues Südertor“ Einkaufs­zentrum mit Cineplex-Kino
2005Auffahrtsarme an der B55 zu Rossfeld/Rixbeck
2006Lippstadt verliert Landes­gartenschau-Bewerbung für 2008 an Mit­bewerber Rietberg
2007Bahnunterführung Rixbeck Alpenstraße
2008Bahnunterführung Unionstraße
2009Am 07.01.2009 zweitniedrigste Tempera­tur in Deutsch­land: -26.5°C an der Mess­station Bökenförde / Am 10.02.2021 mit -22,6°C NRW-Kälte­rekord
2009Jasmin Schornberg aus Lippstadt wird Weltmeisterin im Kanu-Slalom im Einer-Kajak
2010Gesamtschule gegründet, zunächst Übergangs­standort Stadtwald­schule, 2017 Umzug in Neubau an Ulmen­straße
2012LP-Kennzeichen wieder­einge­führt, zuletzt 1974 ausge­geben; seit 2011 hat­ten viele Kreis­politiker mit Soester Ego anhal­tend ver­sucht wegen angeb­licher Kosten gegen Wieder­einfüh­rung zu argu­men­tieren; Alternativ war Interes­sent für "LP" der Land­kreis Ludwigs­lust-Parchim (2011 gegründet, jetzt LUP)
2013Bahnunterführung Südertor eröffnet, keine Nutzungs­möglich­keit für Pkw/Lkw mehr
2014Hochschule Hamm-Lippstadt Gebäude fertig­gestellt, Studiengänge seit 2009
2014Schwimmbad/Kombibad Cabrio­Lippstadt CabrioLi eröffnet
2015Fußballstadion am Bruchbaum „Liebelt-Arena“
2015Gasthof Landgräber verkauft, war seit 1783 im Besitz der Familie Landgräber, Fachwerk­haus wird von Grund auf saniert, SchankhausDiva 2020 er­öffnet
2015Auf Dipasch-Baustelle an der Soest­straße werden Knochen gefun­den, Archä­olo­gen ber­gen 47 Skelette, Vermutung dass dort bis zu 2.000 Franzo­sen in einem Gräber­feld aus dem Sieben­jähri­gen Krieg begraben sein könnten
2015Einwohnerzahl von Bad Waldlies­born hat sich zwischen 2000 und 2015 ver­doppelt. Davor bereits zwischen 1980 und 2000 ver­doppelt. Aktuell über 5.500 Ein­wohner.
Schock 2023: Therme dauer­haft geschlos­sen; 2026 Abstim­mung über Bau Gradierwerk
2016550 Flüchtlinge an 21 Stand­orten in Lipp­stadt verteilt, überwie­gend Bürgerkriegs­flücht­linge aus Syrien, Afghanis­tan, Irak. Notunterkunft an Lippero­der Straße und Turnhalle Lippeschule inkl. Zelt für insgesamt bis zu 600 Menschen
2016„Golden Gate“ abgebrannt, zuletzt „Old Style“, 2017 Dorf-Alm eröffnet
2017Nach 304 Jahren schließt die Einhorn-Apotheke, jetzt Café
2020Covid-19 und Lockdown: zeitweise bis zu 800 Lipp­städ­ter gleich­zeitig in Quarantäne (jeweils zuhause)
2021Erste Stolpersteine verlegt: Erinnern an das Schicksal jüdischer Mit­bürger: der Familien Levy, Grüne­berg, Sost­heim, Cohn, Hammer­schlag, Mosbach
2022Sturmtief Emmelinde: Tornado wütet in Lippstadt
2023B55-Lippebrücke freigegeben, war seit 2019 provi­so­risch ver­stärkt, täglich 28.000 Fahr­zeuge / Baustelle Margare­tensee-Brücke bis Ende 2026
2024Mit dem Apollo in der Kahlen­straße schließt die letzte Disko Lippstadts
202548. Altstadtlauf des LTV mit erst­mals über 3.000 Teil­nehmern
- wird fortgesetzt -


Im zweiten Anlauf

Die Erstellung dieser Zeittafel hat eine eigene Histo­rie. 2012 hatte ich eine andere Web­site, für die ich einen hori­zon­ta­len Zeit­strahl program­miert habe und mit Lipp­städ­ter Ereig­nis­sen und sogar über­regio­nalen Ein­trägen ge­füllt hatte.
Der hori­zon­tale Zeit­strahl sah gut aus, aber man musste nach rechts oder links scrol­len, was unge­wohnt ist. Sehr nach­teilig war, dass jeder Eintrag (in einen Kasten ge­zwängt) nur Platz für wenige Wörter bot. Die notwen­dige Wort­sparsam­keit auf dem Zeit­strahl wurde aber den einzel­nen histo­ri­schen Ereig­nis­sen nicht ge­recht.

Trotz vieler Mühe stellte sich letzt­lich heraus, dass jene Dar­stellungs­form zwar hübsch, aber für die Inhalte wirk­lich unvor­teil­haft ist. Und obwohl ich privat viel Zeit inves­tiert hatte, habe ich das Pro­jekt nach Jah­ren auf­ge­geben.

Diese Webseite historisches-lippstadt.de ist seit 2018 mein zweiter An­lauf. Sie ent­hielt bis 2025 gar keine Zeit­leiste, sondern be­steht überwie­gend aus mittel­langen Auf­sätzen - und ver­folgt somit wieder den her­kömm­li­chen An­satz einer losen Samm­lung von Themen.

Die obigen Einträge der Zeit­leiste sind nicht nur kurz z.B. "Schule gebaut", sondern ent­halten oft er­gän­zen­de Halb­sätze oder Sätze. Zu einer echten Stadt­chronik würde es werden, wenn es in Zukunft ge­länge, zu jedem Ereig­nis per Ver­linkung einen ganzen Auf­satz zu hinter­legen, der die jewei­li­ge Situ­ation in ihre Zeit­periode und ggf. über­regio­nal ein­ordnet.


Zeittafel/Text: Jörg Rosenthal, 2025-2026
Bitte Ergänzungen, Korrekturen, Vorschläge u.ä. per E-Mail einsenden.

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