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Lippstadt nach der Stadtgründung

Rote Markierung = Urzelle bei der Stadtgründung 1185.
Lila = Erweiterung nach 1220.
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Lippstadt nach der Gründung 1185

Die „Stadt Lippe“ wurde 1185 von Bernhard II. als erste plan­mäßig ange­legte Stadt West­falens ge­gründet. Die Nord-/Süd­verbindung bilden Cappel­straße und Lange Straße, da­zwischen liegen die Quer­straßen in Ost-/West­richtung.

Die anfangs erbaute „Urstadt“ war viel kleiner, mit nur 10 ha Fläche. Die Cappel­straße bildete die Grenze im Westen, die Lippe im Osten und im Norden. Dazwischen lagen in Ost-/West­richtung die Markt­straße, die Rathaus­straße, die Brüder­straße und die Geist­straße. Die heutige Post­straße gehörte schon nicht mehr dazu, also ein kleines über­schau­bares Reich. Damals gab es 120 Haus­stätten, alle Grund­stücke waren gleich groß mit 11,3 m Breite und 34,2 m Tiefe. Dieser kleine Teil der Stadt hieß auch das „Marien­viertel“.

Erst nach 1220 wurde die Stadt erweitert, im Westen bis zum Soest­tor und im Süden bis zur Blumen­straße bzw. zur süd­lichen Umflut. Diese Erwei­terung sollte die Gründungs­stadt im Umfang wesent­lich über­treffen. Zu diesem Zeit­punkt wurde auch das Stadtrecht ver­liehen, um mehr Anreiz zu bieten sich in der Stadt anzu­siedeln.

1260 wird die Jakobikirche ur­kundlich erwähnt. 1280 wurde ein Augustiner-Mönchs­kloster ge­gründet, das später eine Kloster­kirche er­hielt (Brüder­kirche). Die Lange Straße wird nach Süden hin ver­längert und neue Quer­straßen werden ange­legt. Bernhard II hatte im Bereich seines Hermeling­hofes Flächen zur Grün­dung eines Augustiner-Nonnen­klosters zur Ver­fügung ge­stellt.

Die anfänglichen Wälle mit Pallisaden wurden nach der Stadt­erwei­terung durch Mauern mit Stadt­toren und Stadt­graben ersetzt. Lipper­tor, Soest­tor, Kluse­tor und Süder­tor er­möglichten den Zugang zur Stadt. Reste der da­maligen Be­festigungs­anlage sind heute noch durch die süd­liche Umflut er­kennbar.

Nach dem Lippstädter Vorbild ent­standen im 13. Jahr­hundert die Städte Lemgo, Horn, Blom­berg, Rheda und Detmold. Bürger­schaft und Rat der Stadt schlossen 1253 mit den Städten Soest, Dortmund und Werne ein Schutz- und Trutz­bündnis, 1260 wurde Lipp­stadt Mitglied des Rheinischen Städte­bundes und gehörte seit 1280 zur Hanse.

1376 wurde die Stadt an den Grafen Engelbert von der Mark ver­pfändet. In der Folge­zeit übten die Grafen von der Mark und als deren Erben und Nach­folger die Herzöge von Kleve ihre Hoheits­rechte in der Stadt aus. Ab 1376 begann aber auch die Zeit der bürger­lichen und städ­tischen Frei­heit. Macht und Wohl­stand für die Bürger wuchsen. Die Lippischen Edel­herren hatten wenig Ein­fluss auf die Ver­hältnisse inner­halb der Stadt, sie be­trachteten als Pfand­herr die Stadt vorran­gig als Ein­nahme­quelle.

Die Stadt Soest hatte sich 1444 durch eigen­mächtigen Herrschafts­wechsel von ihrem bis­herigen Landes­herrn, dem Kölner Erz­bischof Dietrich von Moers, ge­löst und sich dem Herzog von Kleve unter­stellt. Der Herzog von Kleve hatte die Pfand­herr­schaft von Lipp­stadt auf seinen Sohn über­tragen, und so konnte sich Lipp­stadt aus den kommenden Aus­einander­setzungen nicht mehr heraus­halten. 1445 schlossen Kleve und Lippstadt einen Vertrag, der die Pfand­herrschaft Kleves über Lipp­stadt be­enden sollte. Damit begann für die Stadt eine „Samt­herrschaft“, die über 400 Jahre an­dauerte und erst 1850 ihr Ende fand.

Am 20. Juli 1447 erschien der Erz­bischof von Köln mit einem 60.000 Mann starken Heer vor der Stadt. Nach mehreren erfolg­losen An­griffen auf die Stadt, wurde die Be­la­gerung bereits nach 11 Tagen wieder auf­gehoben und die Truppen zogen weiter nach Soest. Aus der Soester Fehde gingen Kleve sieg­reich und Lipp­stadt poli­tisch ge­stärkt hervor. Lipp­stadt stand damals auf dem Höhe­punkt der städ­tischen Macht.
Zusammenfassung: Werner Hennig.
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Quelle:
• Buch „Die Festung Lippstadt“, Gunter Hagemann, 1985
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