












Wenn im Weltraum Teilchen auf die Erde zufliegen, wehrt das Erd-Magnetfeld sie ab und leitet sie an die magnetischen Pole, wo sie in der Atmosphäre auf Sauerstoff treffen und ihn zur Lichtabgabe anregen. An den Polen ist es als häufig auftretendes Polarlicht bekannt, daher der Name (auch als Nordlichter bzw. Südlichter bezeichnet).
Am 18. Januar 2026 ereignete sich auf der Sonne eine ungewöhnlich starke Sonnen-Eruption, die auch von NASA-Instrumenten beobachtet wurde. Die ausgestoßene Wolke geladener Teilchen traf die Erde am 19. Januar. Ein starker Sonnensturm verzerrt das Erdmagnetfeld so stark, dass nicht mehr alle Teilchen zuverlässig zu den Polen gelenkt werden. Dadurch dringen die energiereichen Teilchen auch weiter im Süden in die obere Atmosphäre ein, wo sie auf Sauerstoff treffen.
Damit Polarlichter überhaupt zu sehen sind, muss es außerdem stockdunkel sein und es darf nicht bewölkt sein, denn es sind nicht die Wolken, die leuchten, sondern die Luftschichten weit darüber. Als am 19.01.2026 gegen 22 Uhr die Polarlichter z.B. in Westfalen erschienen, waren sie teilweise nur sehr schwach sichtbar. Erst die lange Belichtungszeit der (Handy)Kamera nimmt die farbigen Schimmer auf. Die lange Belichtungszeit kann man z.B. an Häusern und Straßen erkennen, die für Nachtaufnahmen ungewöhnlich hell wirken.
Frühere Sinnzuschreibung
Die Ureinwohner Skandinaviens sagten: Wenn der Himmel leuchtet, sind die Toten unterwegs und die Kinder müssen im Haus bleiben.
Man wartete schweigend darauf, dass sich die Toten wieder zur Ruhe legten.
Die Vermenschlichung von Naturgewalten ist in der Kulturgeschichte weit verbreitet.
Der Mensch sucht nach einem Sinn und einem Akteur für das Unerklärliche, das er sieht.
Und da kein Akteur sichtbar ist, gelangte man häufig zu der Überzeugung, dass es die Ahnen (Geister) oder Götter sein müssten.
In früheren Jahrhunderten gab es auch in Mitteleuropa Sichtungen von Nordlichtern. Z.B. berichten mittelalterliche Chroniken von „flammendem Himmel“ oder „blutrotem Himmel“. Die Interpretation hing immer stark von jeweiligen kulturellen und religiösen Kontexten ab. Häufig wurden die unbekannten Polarlichter als göttliche Zeichen, Omen, Warnung, Strafandrohung, göttlicher Zorn u.ä. gedeutet.