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Polarlichter über Westfalen am 19.01.2026

Fotogalerie aus dem Umkreis von Lippstadt



Foto von Polarlichtern am Himmel
Polarlichter über Lippstadt-Nord, Foto: Uwe Stammnitz
grüne Polarlichter
Polarlicht mit grünem Lichtband bei Benteler, Foto: Thomas Alfter
Foto von Nordlichtern
Roter Vorhang am Himmel über Wadersloh, Foto: Cy Borg
grüne Polarlichter am Nachthimmel
Zwei grüne Streifen über Diestedde, Foto: Simone Knoop
rotes und grünes Polarlicht
Bad Waldliesborn, Foto: Susanne Sieberts
Foto von Polarlichtern am Himmel
Lippstadt-Nord, Foto: Uwe Stammnitz
Polarlichter
Lippstadt-Nord, Foto: Uwe Stammnitz
Polarlichter
Lippstadt, Grüner Winkel, Foto: Lisa Krautscheid
Foto von Polarlichtern am Himmel
Overhagen, Foto: Lisa Lena
Polarlichter am Himmel
Benninghausen, Foto: Say Herbort
Polarlichter
Lippstadt-Südwest, Foto: Jessica Menzel
Foto von Polarlichtern am Himmel
Bad Westernkotten, Foto: Tomek Filipowski
Foto von Polarlichtern am Himmel
Völlinghausen (Erwitte), Foto: Stefanie Schleiermacher
Warum rote Schimmer und grüne Streifen?

Die Erdatmosphäre ist unge­fähr 500 km hoch (ohne Grenze aus­laufend). Nach oben wird die Luft immer dün­ner. Rote Polar­lich­ter bil­den sich in gro­ßer Höhe von über 200 km, wo die Luft ex­trem dünn ist und das Licht groß­flächi­ger und diffu­ser leuch­tet, wie ein roter Schim­mer. Grüne Polar­lichter ent­stehen in ca. 100 bis 150 km Höhe, wo ange­reg­ter Sauer­stoff beson­ders inten­si­ves grünes Licht aus­sendet. Weil dort die Atmos­phäre dich­ter ist, ent­stehen abge­grenz­tere Struk­tu­ren, die wir als helle grüne Strei­fen sehen.

Warum in Deutschland sichtbar?

Am 19.01.2026 reich­ten die Nord­lichter deut­lich wei­ter nach Süden als üb­lich - in Deutsch­land bis in den Alpen­raum. Normaler­weise tre­ten Polar­lich­ter nur in einem ring­förmi­gen Be­reich um den Nord­pol und den Süd­pol auf, je­weils im Aurora-Oval.

Wenn im Weltraum Teil­chen auf die Erde zu­flie­gen, wehrt das Erd-Magnet­feld sie ab und lei­tet sie an die magne­ti­schen Pole, wo sie in der Atmos­phäre auf Sauer­stoff tref­fen und ihn zur Licht­abgabe an­regen. An den Polen ist es als häufig auf­treten­des Polar­licht be­kannt, daher der Name (auch als Nord­lichter bzw. Süd­lichter be­zeich­net).

Am 18. Janu­ar 2026 er­eigne­te sich auf der Sonne eine unge­wöhn­lich starke Sonnen-Erup­tion, die auch von NASA-Instru­men­ten be­obach­tet wurde. Die ausge­stoße­ne Wolke ge­lade­ner Teil­chen traf die Erde am 19. Janu­ar. Ein star­ker Sonnen­sturm ver­zerrt das Erd­magnet­feld so stark, dass nicht mehr alle Teil­chen zu­ver­lässig zu den Polen ge­lenkt wer­den. Dadurch drin­gen die energie­reichen Teil­chen auch wei­ter im Süden in die obere Atmos­phäre ein, wo sie auf Sauer­stoff tref­fen.

Damit Polarlichter über­haupt zu sehen sind, muss es außer­dem stock­dunkel sein und es darf nicht be­wölkt sein, denn es sind nicht die Wol­ken, die leuch­ten, sondern die Luft­schich­ten weit darü­ber. Als am 19.01.2026 gegen 22 Uhr die Polar­lichter z.B. in West­falen er­schie­nen, waren sie teil­weise nur sehr schwach sicht­bar. Erst die lange Be­lich­tungs­zeit der (Handy)­Kamera nimmt die farbi­gen Schim­mer auf. Die lange Be­lich­tungs­zeit kann man z.B. an Häu­sern und Stra­ßen er­ken­nen, die für Nacht­aufnah­men unge­wöhn­lich hell wirken.

Frühere Sinnzuschreibung

Die Ureinwohner Skandinaviens sag­ten: Wenn der Himmel leuch­tet, sind die Toten unter­wegs und die Kinder müs­sen im Haus blei­ben. Man warte­te schwei­gend da­rauf, dass sich die Toten wie­der zur Ruhe leg­ten.
Die Vermensch­li­chung von Natur­gewal­ten ist in der Kultur­geschich­te weit ver­brei­tet. Der Mensch sucht nach einem Sinn und einem Ak­teur für das Un­erklär­liche, das er sieht. Und da kein Ak­teur sicht­bar ist, gelang­te man häufig zu der Über­zeu­gung, dass es die Ahnen (Geis­ter) oder Götter sein müss­ten.

In früheren Jahrhunder­ten gab es auch in Mittel­europa Sich­tun­gen von Nord­lich­tern. Z.B. be­rich­ten mittel­alter­liche Chroni­ken von „flam­men­dem Him­mel“ oder „blut­rotem Him­mel“. Die Inter­pre­ta­tion hing immer stark von je­weili­gen kultu­rel­len und reli­giö­sen Kon­tex­ten ab. Häufig wur­den die unbe­kann­ten Polar­lichter als gött­liche Zeichen, Omen, War­nung, Straf­andro­hung, gött­li­cher Zorn u.ä. gedeu­tet.




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