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Karnevalsgesellschaften

Ein Maskenball in Lippstadt im Jahre 1858 er­innerte an das karne­valis­tische Treiben der Bieder­meier­zeit. Der Chronist be­richtet sehr aus­führ­lich über das aus­ge­lassene Treiben der Gäste auf dieser nicht all­täglichen Ver­an­staltung. Das Comité bittet die in Masken er­schei­nenden Personen sich im so­ge­nannten Ring­saal im Rat­haus zu ver­sammeln. Von dort aus nahm das bunte Treiben seinen Lauf.

Der Karneval um 1900 wurde zu­nächst von zwei Vereinen ge­prägt, zum einen durch die große Lipp­städter Karnevals­gesellschaft „Fidele Geister“ und zum anderen durch die KG „Colonia“. Beide Vereine machten sich bis 1909 Kon­kurrenz, bis sie 1910 zur Karnevals­gesellschaft „Colonia“ fu­sionierten.

Ausgerechnet im Traum-Karnevals­jahr 1911 kam es nicht zu außer­ge­wöhn­lichen Ver­an­stal­tungen. Im Gegen­teil: Am 11.11.1911 er­schien eine Meldung, dass auf­grund ver­hee­render Stei­gerung der Lebens­haltungs­kosten die Ver­an­staltungen re­duziert werden.

Im Dezember 1914 erschien schließ­lich in einer Militär­depesche die Meldung, dass Karne­vals­veran­stal­tungen nicht mehr in die Zeit passen. Das war auch das Ende der großen Zeit der KG „Colonia“ Lipp­stadt.

Nach dem Ersten Weltkrieg lebte der Karne­val in Lipp­stadt durch den Gesangs­verein „Sänger­treu“ er­neut auf. Und 1958 machten die „Mond­scheiner“ auf sich auf­merksam - ein Gesel­ligkeits­verein aus dem Stadt­teil Am Mond­schein.
Letztmalig berichtete die Zeitung von 1969 über einen Umzug der Mond­scheiner.

1980 über­nahm der Lipp­städter Carnevals­club LCC das Ruder. Dieser gründete seit den Zeiten der „Colonia“ auch den ersten Senat. Eine Be­son­der­heit des LCC galt die Aus­zeich­nung „Dr humoris causa“ an eine Persön­lichkeit des öffent­lichen Lebens, je­weils zum Sessions­auftakt am 11.11., da­runter Jean Pütz, Günter Siebert und Hans-Dietrich Genscher.
Der LCC war ungefähr 10 Jahre lang aktiv.

Text: Friedrich Vorsthoven.
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